
Margit Haas
Hoffnungsfördernd pflegen
Wie Pflegende alten Menschen Hoffnung schenken können
Schlütersche Verlag, Hannover, 1. Auflage 2025, Reihe Pflege Praxis, 160 Seiten, 29,00 €, ISBN 978-3-8426-0891-7
Das ist ein wunderbares Buch. Es ist freundlich im Sprachstil und informierend im Inhaltlichen. Es ist schlicht und klug zugleich. Das Lesen des Buches allein stimmt hoffnungsvoll. Hinzu kommen fundierte Anregungen und Erklärungen. Adressaten sind ausgebildete Pflegende und auch An- und Zugehörige von Menschen, die im Alter der Pflege bedürfen.
Die Autorin Margit Haas, Professorin für Pflegewissenschaft, Pflegepädagogin und Krankenschwester, erklärt zuerst, womit wir es zu tun haben: mit Hoffnung. Was bedeutet Hoffnung im Sprachlichen wie auch im allgemeinen Sinne, warum ist Hoffnung wichtig im Leben? Dieser Frage kann man sich auf verschiedene Arten nähern. Aber schon die Alltagssprache vermittelt, dass Hoffnung als etwas Positives angesehen wird. Schnell wird klar, dass Hoffnung ein Lebenselixier sein kann. So verweist Haas auf Fachdisziplinen, in denen Hoffnung eine Rolle spielt, auf Konzepte und Theorien. Im Weiteren geht Margit Haas auf Selbstreflexion ein. Damit verbindet sie, sich selbst reflexiv mit Hoffnung auseinander zu setzen. Leser und Leserinnen können sich selbst hinsichtlich dieser Fähigkeit einschätzen. Sodann geht es – weiter fortschreitend – um die professionelle Arbeit mit dem Konzept Hoffnung.
Die Autorin gibt dem Leser und der Leserin Instrumente wie Fragebögen, Übersichten, Definitionen, Gesprächsszenarien an die Hand, denn es ist ein Buch, das Pflegefachkräften aber auch anderen, die an Pflege beteiligt sind, etwas Konkretes anbieten will.
Hintergrund des Buches ist das Forschungsprojekt HoPe – das Konzept Hoffnung in der Pflege alter Menschen. Das basiert auf dem Rahmenkonzept von „Gesundheit 2020“ der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden. Zentral waren in HoPe Befragungen und Gespräche in Einrichtungen der Altenpflege. Die Ergebnisse verweisen auf Rollen und Aufgaben Pflegender und auf Kompetenzen, die gefördert werden können. Dazu wird beispielhaft auf zwei Kernbereiche der Pflege alter Menschen näher eingegangen: Mobilität und Kommunikation. Zur Kommunikation schreibt Haas, dass sogar Schweigen oder Nicht-Handeln als Kommunikation angesehen wird und, so lässt sich folgern, Spuren von Hoffnungslosigkeit hinterlassen könnten. Speziell auf Altenpflege gerichtet, wird daher von Haas zum Beispiel auf Validation von Kitwood und Richard hingewiesen. Die Mobilität betreffend werden etwa Anregungen aus der Musik-, Tanz- und Kunsttherapie eingebracht. Aber ebenso soll Hoffnung aus dem Naturerleben geschöpft werden können.
Im Weiteren geht es darum, wie Hoffnungsförderung gelernt und vertieft und wie das Gelernte umgesetzt werden kann. Dazu gehört zum Beispiel eine „Schatztruhe für Hoffnungsschenker“. Es wird alsdann darauf verwiesen und dazu angeleitet, Achtsamkeit im Gehen zu praktizieren, Aufmerksamkeit für Kostbarkeiten des Tages zu haben, mit alten Menschen zusammen Atemmeditationen durchzuführen.
Es entstand somit eine motivierende Lektüre für Hoffnungsschenker, seien es Profis oder An- und Zugehörige. Die Lektüre leitet zum konkreten Handeln an, sie enthält Anschauliches zum Reflektieren, zum Lernen und zum Arbeiten.
In dem Nachwort der Autorin Margit Haas steht, dass die Hoffnung aber auch eine flatterhafte Begleiterin sei.
Das heißt dann wohl für uns Leser und Leserinnen, dass wir Hoffnung erkennen, wenn sie sich andeutet, und dass wir sie auch ein wenig festhalten müssen, damit wir ihre Kostbarkeit selbst genießen und an andere weitergeben können.
Daher ist zu einer Lektüre dieses Buches ausnahmslos anzuraten.
Eine Rezension von Prof. Dr. Elfriede Brinker-Meyendriesch
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