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Pflegeprävention und Telemedizin in ländlichen Regionen
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unterstützt fortlaufend innovative Ansätze zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland mit Mitteln aus dem Innovationsfonds. Unter der Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin starten nun zwei neue Projekte im Bereich Neue Versorgungsformen. Im Fokus stehen dabei die Prävention von Pflegebedürftigkeit sowie die neurologische Versorgung in ländlichen Regionen. Die Vorhaben werden über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren umgesetzt und durch wissenschaftliche Evaluation begleitet. Bei nachgewiesenem Erfolg ist eine Überführung in die Regelversorgung möglich.
Die zu erprobenden Konzepte tragen insbesondere demografischen Veränderungen Rechnung, knapperen Personal- und Finanzressourcen und fehlenden Angeboten in ländlichen Regionen. „Der erneute Erfolg der Charité in der aktuellen Förderrunde zu neuen Versorgungsmodellen zeigt, wie forschungsstark die Charité auf diesem Gebiet ist. Die neuen Projekte werden einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems leisten“, sagt Prof. Wolfram Herrmann, Sprecher der Plattform – Charité Versorgungsforschung.
Möglichst lang selbständig sein im Alter
Nach aktuellen Prognosen wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf über sechs Millionen ansteigen. Schon heute stellt diese Entwicklung das Gesundheits- und Pflegesystem sowie Betroffene und deren Angehörige vor erhebliche Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Pflegeprävention zunehmend an Bedeutung, um den Bedarf an pflegerischer Versorgung zu verringern oder möglichst lange hinauszuzögern. Hier setzt das Projekt PrävPfleg an, das im Herbst startet. Ziel ist es, die Selbstständigkeit von Menschen mit ersten kognitiven Einschränkungen – jedoch noch ohne Pflegegrad – möglichst lange zu erhalten. Im Rahmen des sogenannten Prevention Nursing unterstützen speziell geschulte Pflegefachkräfte Personen ab 65 Jahren unter anderem in den Bereichen Mobilität, geistige Leistungsfähigkeit und soziale Teilhabe. Dadurch soll sowohl die Eigenständigkeit der Betroffenen gestärkt als auch die Belastung von Angehörigen reduziert werden. Technische Assistenzsysteme kommen dabei ergänzend zum Einsatz.
Projekt: Prävention von Pflegebedürftigkeit durch Prevention Nursing (PrävPfleg)
Leitung: PD Dr. Andrea Budnick und Prof. Adelheid Kuhlmey, Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft
Fördersumme: rund 6,8 Millionen Euro für 42 Monate, Start: November 2025
Neurologische Versorgung im ländlichen Raum durch Telemedizin
Die zeitgerechte Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungen gestaltet sich insbesondere im Kontext des zunehmenden Fachkräftemangels als herausfordernd – insbesondere in ländlichen Regionen, wo der demografische Wandel den Versorgungsbedarf zusätzlich erhöht. Einen vielversprechenden Ansatz zur Verbesserung der Versorgungsqualität bietet der Einsatz telemedizinischer Lösungen. Im Rahmen des Projekts TENEAM überweisen Hausärzt:innen Patient:innen mit neurologischen Auffälligkeiten in eine teleneurologische Spezialsprechstunde. Diese ermöglicht unabhängig vom Wohnort eine rasche fachärztliche Abklärung und die Einleitung weiterer therapeutischer Maßnahmen. Das Versorgungskonzept wird im Vergleich zur bestehenden Regelversorgung evaluiert. Dabei stehen unter anderem die Auswirkungen auf die Versorgungssituation, die Lebensqualität der Patient:innen sowie gesundheitsökonomische Parameter im Fokus.
Projekt: TeleNeurologisch ambulante Versorgung in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (TENEAM)
Leitung: PD Dr. Christiana Franke und Prof. Heinrich Audebert, Klinik für Neurologie
Förderung: rund 8,4 Millionen Euro für 45 Monate, Start: Juli 2025
Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:
Dr. Verena Materna
Wissenschaftliche Koordinatorin
Plattform – Charité Versorgungsforschung
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 553 807
verena.materna@charite.de
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