
Nadja Nestler und Stefanie Berger (Hrsg.)
Nicht-medikamentöse Maßnahmen im Schmerzmanagement
Schmerzexpertise nach dem EFIC-Curriculum
hogrefe, Bern, 1. Auflage 2024, 157 Seiten, 35,00 Euro, ISBN 978-3-456-86388-7
Schmerz ist ein aktuelles und multidimensionales Phänomen und betrifft Menschen aller Altersgruppen in verschiedenen Versorgungskontexten. Nicht-medikamentöse Maßnahmen im Schmerzmanagement nehmen eine entscheidende Rolle in der pflegerischen Versorgung ein und gelten zur Ergänzung der medikamentösen Therapie als auch als eigenständige Intervention.
Ziel und Inhalt des Buches
Die Herausgeber*innen Nadja Nestler und Stefanie Berger sensibilisieren für das Thema Schmerz und geben eine allumfassende Orientierungshilfe nicht-medikamentöser Maßnahmen im Schmerzmanagement bei Menschen in unterschiedlichen Versorgungsbedarfen, im interprofessionellen Team sowie der Anwendung neuer Technologien im Schmerzmanagement.
Herausgeber*innen
Nadja Nestler hat eine Professur Nursing Science als Advanced Nursing Practice am Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg. Sie ist eine pflegerische Schmerzexpertin und Autorin weiterer Publikationen, z.B. des Buches „Schmerzassessment: Schmerzexpertise nach dem EFIC-Curriculum“ und dem Fachartikel „Versorgungsforschung in der Akutschmerztherapie“, erschienen in der Fachzeitschrift „Der Schmerz“, Ausgabe 1/2025.
Stefanie Berger ist MScN, BScN, Institut für Pflegewissenschaft und -praxis, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg.
Aufbau des Buches
Das Buch orientiert sich am Curriculum der European Pain Federation (EFIC) und gliedert sich in vier Teile.
Teil 1: Nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Menschen mit unterschiedlichen Versorgungsbedarfen – Dieser Abschnitt behandelt nicht-medikamentöse Maßnahmen im Schmerzmanagement von Früh- und Neugeborenen, z.B. Swaddling (Wickeln), nicht pharmakologische Interventionen bei Kindern- und Jugendlichen, z.B. transdermale Anwendungen zu Hause und nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Erwachsenen mit operativen Eingriffen, z.B. die Patientenedukation. Zudem werden pflegerische nicht-medikamentöse Maßnahmen gegen Schmerzen bei Menschen mit kognitiven Veränderungen und Demenz, z.B. Person-Zentrierung beleuchtet. Wichtig ist, dass erst wenn die Symptome der Demenz stabilisiert sind, eine gezielte Anwendung nicht-medikamentöser Maßnahmen und dementsprechend eine erfolgreiche Schmerztherapie erfolgen kann. Bei Menschen mit palliativen Versorgungssituationen werden z.B. die Aromapflege und Reflexmassagen genannt.
Teil 2: Spezielle nicht-medikamentöse Maßnahmen – Hier werden die klinische Anwendung der Transkutanen Elektrischen Nervenstimulation (TENS), die Aromapflege, Musik sowie praktische Anwendungsbeispiele dargelegt.
Teil 3: Nicht-medikamentöse Maßnahmen im interprofessionellen Team – In diesem Abschnitt liegt die Konzentration auf die physiotherapeutische Bewegungsförderung bei chronischen Schmerzen, Maßnahmen der Ergo- und Musiktherapie.
Teil 4: Anwendung neuer Technologien im Schmerzmanagement – Abschließend geht es um Anwendungssoftware bei nicht-medikamentösen Schmerzmaßnahmen sowie Virtual Reality-Anwendungen in der Schmerztherapie.
Übersichtlichkeit und Praxisbezug
Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut. Die einzelnen Teile und Kapitel sind klar voneinander abgegrenzt. Tabellen, Abbildungen runden die Thematik ab.
Fazit und Mehrwert
Insgesamt stellt das Buch eine wertvolle Ressource für alle Personen dar, die sich mit dem multidimensionalen Thema Schmerz beschäftigen. Besonders für Pflegefachpersonen, Physiotherapeut*innen, Ergotherapeut*innen und Schmerzexpert*innen aller Einrichtungen der Gesundheitsversorgung ist es eine klare Empfehlung.
Eine Rezension von Jacqueline Stiehl,
Diplom-Pflege-und Gesundheitswissenschaftlerin, Diplom-Pflege- und Gesundheitspädagogin, Fachbuchautorin
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