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Lzumi Klockman, Johanna Heeg, Olaf von dem Knesebeck, Martin Härter, Daniel Lüdecke (Hrsg.)

Gesundheitskompetenz urbaner Organisationen
Ein praxisorientiertes Handbuch

Oekom Verlag, München 2024, 208 Seiten, 32,00 €, ISBN ‎ 978-3987260865
Edition Nachhaltige Gesundheit in Stadt und Region / Band 6.

Das Buch Gesundheitskompetenz urbaner Organisationen widmet sich der Frage, wie Gesundheitskompetenz in Städten und urbanen Organisationen gefördert werden kann. In einem interdisziplinären Ansatz vereint es theoretische Konzepte mit praxisnahen Lösungsansätzen. Die Thematik ist hochaktuell, da gesundheitliche Ungleichheiten in urbanen Räumen zunehmen und Städte vor der Herausforderung stehen, Gesundheitsförderung und Prävention gezielt zu steuern.

Die Herausgeber/innen sind renommierte Wissenschaftler/innen aus den Bereichen Public Health, Gesundheitswissenschaften und Sozialmedizin. Prof. Dr. Lzumi Klockman und Prof. Dr. Martin Härter haben langjährige Erfahrung in der Erforschung der Gesundheitskompetenz. Prof. Dr. Olaf von dem Knesebeck ist Experte für soziale Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung. Johanna Heeg und Dr. Daniel Lüdecke bringen zusätzlich sozialwissenschaftliche und gesundheitspraktische Perspektiven ein. Die Herausgeber/innen haben bereits zahlreiche Publikationen zu gesundheitsbezogenen Themen veröffentlicht.

Das Werk ist Teil der Reihe Edition Nachhaltige Gesundheit in Stadt und Region und erscheint als Band 6. Es wurde im Kontext einer verstärkten wissenschaftlichen und politischen Auseinandersetzung mit urbaner Gesundheitsförderung verfasst. Insbesondere die COVID-19-Pandemie hat die Bedeutung städtischer Gesundheitsstrategien in den Fokus gerückt. Das Buch basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Praxiserfahrungen aus Modellprojekten. Das Buch ist systematisch aufgebaut und führt zunächst in die Grundlagen der Gesundheitskompetenz urbaner Organisationen ein. Anschließend werden theoretische Rahmenmodelle vorgestellt, die als Basis für die spätere Analyse dienen. Methoden zur Messung und Förderung der Gesundheitskompetenz werden detailliert erläutert, bevor verschiedene Praxisbeispiele aus unterschiedlichen urbanen Organisationen die theoretischen Konzepte veranschaulichen. Abschließend bietet das Buch praxisnahe Handlungsempfehlungen und Strategien für die Implementierung von gesundheitsfördernden Maßnahmen in urbanen Strukturen und skizziert zukünftige Herausforderungen. Durch die Kombination von wissenschaftlichen Grundlagen und praktischen Anwendungsbeispielen wird eine Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen, die das Buch besonders zugänglich macht.

Das Buch bringt einen innovativen Fokus auf urbane Gesundheitskompetenz, ein bislang wenig spezifiziertes Themenfeld. Während Gesundheitskompetenz in wissenschaftlichen Debatten häufig auf Individuen oder Gesundheitseinrichtungen bezogen wird, betrachtet diese Publikation gezielt urbane Organisationen als zentrale Akteure. Besonders hervorzuheben ist die praxisorientierte Herangehensweise, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Umsetzungsmöglichkeiten verknüpft. Diese Verbindung aus Theorie und Praxis ermöglicht es, sowohl fundierte wissenschaftliche Einsichten als auch unmittelbar anwendbare Maßnahmen zu erhalten.

Das Werk richtet sich an Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, Stadtplaner/innen, politische Entscheidungsträger/innen sowie Wissenschaftler/innen, die sich mit urbaner Gesundheitsförderung beschäftigen. Durch seine praxisnahe Ausrichtung bietet es wertvolle Anleitungen für die Implementierung gesundheitsförderlicher Maßnahmen in urbanen Organisationen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für die nachhaltige Verbesserung der Gesundheitskompetenz. Die methodische Vielfalt, die sowohl qualitative als auch quantitative Ansätze berücksichtigt, macht das Buch für verschiedene Fachdisziplinen relevant und anwendbar.

Das Thema ist breit angelegt und deckt zahlreiche Aspekte urbaner Gesundheitsförderung ab, darunter soziale Determinanten, strukturelle Rahmenbedingungen und organisationale Gesundheitsstrategien. Trotz dieser inhaltlichen Vielfalt gelingt es den Autor/innen, eine kohärente Struktur zu wahren und die verschiedenen Facetten systematisch darzustellen. Besonders bemerkenswert ist die Balance zwischen einer umfassenden theoretischen Fundierung und einer praxisnahen Ausrichtung, die sicherstellt, dass sowohl Wissenschaftler/innen als auch Praktiker*innen einen Mehrwert aus der Lektüre ziehen können. Die Publikation erreicht ihr Ziel, ein praxisorientiertes Handbuch zur Förderung der Gesundheitskompetenz in urbanen Organisationen zu sein. Besonders die Mischung aus wissenschaftlichen Grundlagen und Praxisbeispielen trägt zur Verständlichkeit und Anwendbarkeit bei. Die präsentierten Fallstudien verdeutlichen, wie theoretische Konzepte in die Praxis umgesetzt werden können, und helfen den Leser/innen, eigene Strategien zu entwickeln. Trotz der hohen inhaltlichen Dichte bleibt das Werk insgesamt gut verständlich und praxisnah. Das Buch ist klar strukturiert und visuell ansprechend gestaltet. Zahlreiche Tabellen, Grafiken und Infoboxen erleichtern das Verständnis und machen die Inhalte greifbar. Besonders hilfreich sind die hervorgehobenen Praxisempfehlungen und Checklisten, die den Transfer der Inhalte in die berufliche Praxis unterstützen. Die didaktische Aufbereitung sorgt dafür, dass auch komplexe Sachverhalte verständlich bleiben, und ermöglicht ein gezieltes Nachschlagen relevanter Informationen.

Die Thematik ist hochaktuell, insbesondere im Kontext zunehmender gesundheitlicher Herausforderungen in Städten. Fragen der Gesundheitskompetenz gewinnen vor dem Hintergrund demografischer Entwicklungen, sozialer Ungleichheiten und der Digitalisierung an Bedeutung. Die Autor/innen beziehen aktuelle Studien und politische Entwicklungen ein, was das Buch wissenschaftlich fundiert und für die Praxis hochrelevant macht. Es bietet zudem Perspektiven auf zukünftige Herausforderungen und diskutiert innovative Lösungsansätze, die über bestehende Konzepte hinausweisen. Während es bereits zahlreiche Werke zur Gesundheitskompetenz gibt, liegt die Besonderheit dieses Buches in seinem urbanen Fokus. Vergleichbare Veröffentlichungen beziehen sich oft auf individuelle Gesundheitskompetenz oder institutionelle Ansätze, während hier der Schwerpunkt auf städtische Organisationen gelegt wird. Diese Perspektive eröffnet neue Zugänge zur Förderung von Gesundheit in urbanen Kontexten und ergänzt bestehende Literatur um wertvolle praxisnahe Erkenntnisse.

Ein möglicher Kritikpunkt ist die teilweise hohe wissenschaftliche Dichte einiger Kapitel, die für Praktiker/innen ohne akademischen Hintergrund eine Herausforderung darstellen könnte. 

Das Buch Gesundheitskompetenz urbaner Organisationen bietet einen wertvollen Beitrag zur Förderung gesundheitsbezogener Maßnahmen in urbanen Räumen. Es verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praktischen Anwendungen und spricht eine breite Zielgruppe an. Besonders die praxisnahen Empfehlungen und die anschaulichen Fallbeispiele machen das Werk zu einer wertvollen Ressource für alle, die sich mit urbaner Gesundheitsförderung beschäftigen. Trotz kleinerer Schwächen in der didaktischen Aufbereitung ist es eine empfehlenswerte Lektüre für Fachkräfte und Entscheidungsträger/innen, die nachhaltige Lösungen für gesundheitliche Herausforderungen in Städten suchen.

Eine Rezension von Denise Vey

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