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Vorbereitung auf Krisen: DGAI fordert mehr Digitalisierung zur efffizienten Ressourcensteuerung im Gesundheitswesen
Deutschland wird in Zukunft deutlich mehr Geld für die Verteidigung aufwenden und muss sich daher auch auf die medizinische Versorgung in Krisen- und Kriegszeiten vorbereiten. Eine stabile und belastbare digitale Infrastruktur ist dabei von zentraler Bedeutung, um im Ernstfall Kapazitäten und Ressourcen effizient steuern zu können. Diese Ansicht vertritt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI).
„Ohne eine durchgängige digitale Vernetzung aller relevanten Akteure – von Krankenhäusern über Rettungsdienste bis hin zu pharmazeutischen Lieferketten – werden wir nicht in der Lage sein, in einer Krisensituation adäquat zu reagieren“, betont der Präsident der DGAI, Prof. Dr. Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen. Die DGAI fordert gemeinsam mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. (BDA) daher umgehend gezielte Investitionen in die digitale Transformation des Gesundheitswesens.
Beide Verbände reagierten damit auch auf die Forderung der bayerischen Gesundheitsministerin Judith Gerlach. Diese hatte bereits kurz vor dem Bundestagsbeschluss im Rahmen der erhöhten Verteidigungsausgaben ein bundesweites Programm zur Vorbereitung der medizinischen Versorgung auf Krisensituationen und den Verteidigungsfall gefordert. „Mit Blick auf das Gelernte aus der Corona-Pandemie reichen die benannten Maßnahmen zur Anpassung von Standards, Infrastruktur und Vorratshaltung aber nicht aus“, weiß BDA-Präsidentin Prof. Dr. Grietje Beck, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie der Universitätsmedizin Mannheim. „Wie es sich auch in der Pandemie gezeigt hat, liegt der Schlüssel im Gesundheitssystem auch in der digitalen Vernetzung.“
Anästhesiologie zur Krisenbewältigung stärken
Gleichzeitig betonen DGAI und BDA, dass die Anästhesiologie neben den chirurgischen und unfallchirurgischen Fachbereichen zu den am stärksten geforderten medizinischen Disziplinen in Krisen- und Verteidigungsfällen zählen wird: „Unser Fach stellt nicht nur die notfallmedizinische Versorgung sicher, sondern trägt auch entscheidend zur Stabilisierung schwerstverletzter Patientinnen und Patienten im OP und auf den Intensivstationen bei“, erklärt DGAI-Präsident Marx.
„Es wäre fatal, aufgrund ökonomischen Drucks auch nur eine Fachkraft zu verlieren, auf die wir im Ernstfall angewiesen sind“, ergänzt BDA-Präsidentin Beck und betont: „Für die Anästhesiologie ist eine nachhaltige finanzielle Absicherung in der aktuellen weltpolitischen Lage unerlässlich.“
Angesichts wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen und der Notwendigkeit einer robusten Gesundheitsinfrastruktur hatten die BDA und die DGAI bereits kürzlich betont, dass Mittel gezielt in die Stärkung der Notfall- und Intensivmedizin sowie der anästhesiologischen Versorgung investiert werden müssten.
Die DGAI und die BDA fordern die neue Bundesregierung auf, die Gesundheitsversorgung künftig als unverzichtbaren Bestandteil der nationalen Sicherheitsstrategie zu begreifen und entsprechende Maßnahmen zur Steigerung der Krisenresilienz schnellstmöglich umzusetzen. „Wir stehen bereit, unsere Expertise in den weiteren Dialog einzubringen“, betonen Beck und Marx. „Denn eine funktionierende Gesundheitsversorgung ist nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für die Verteidigungsfähigkeit eines Landes essenziell.“
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