Etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland haben Demenz, wobei mehr als zwei Drittel von ihnen zuhause leben und von ihren Angehörigen betreut werden. Diese Situation stellt sowohl für Menschen mit Demenz als auch für ihre Angehörigen eine große Herausforderung dar: Die Betroffenen fühlen sich oft nicht richtig wahrgenommen oder ernst genommen, während die Angehörigen unsicher sind, wie sie angemessen reagieren sollen, wenn die Kommunikation schwieriger wird.
Das Ziel des neuen Forschungsprojekts "Partizipative fokusgruppenbasierte Entwicklung eines individualisierten Video-Feedback-Interventions-Programms für zuhause lebende Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen (ParDeVI)", unter der Leitung von Prof. Dr. Margareta Halek, ist es daher, die Kommunikation in pflegerischen Situationen durch geleitete Reflexion zu verbessern.
Das Video-Feedback-Interventions-Programm (VIP) umfasst die Aufzeichnung kurzer Videos von alltäglichen pflegebezogenen Situationen, gefolgt von Diskussionen dieser Aufnahmen mit geschulten Pflegefachpersonen. Dabei werden gelungene Situationen identifiziert, um die Handlungskompetenzen der pflegenden Angehörigen zu stärken, gemeinsame positive Momente zu fördern und die gegenseitige Verständigung zu verbessern. Erste internationale Studien zeigen bereits positive Effekte, jedoch wurden zuhause lebende Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen bisher nicht in die Entwicklung einbezogen.
In den kommenden zwölf Monaten werden die Wissenschaftler:innen in gemeinsamen Workshops mit zuhause lebenden Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen Situationen und Zielparameter erarbeiten, die für die Anwendung des Video-Feedbacks besonders wichtig sind. Zusätzlich wird untersucht, wie die Betroffenen am besten in eine Folgestudie einbezogen werden können. Das Projektteam wird dabei von lokalen Netzwerken und Praxispartnern unterstützt, darunter der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW, das Netzwerk Demenz Witten/Wetter/Herdecke und die Fachstelle Demenz des Caritasverbandes für den Kreis Mettmann.
Durch diesen partizipativen Prozess erhoffen sich die Forscher:innen, dass das gemeinsam entwickelte Video-Feedback-Interventions-Programm besser zu den Anforderungen und Bedürfnissen der pflegebedürftigen Personen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen passt und individuell auf sie zugeschnitten ist. Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, dass das Programm langfristig in die Regelversorgung übernommen werden kann, um mehr Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen davon profitieren zu lassen.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.
Zur Pressemitteilung: https://www.uni-wh.de/detailseiten/news/partizipatives-forschungsprojekt-soll-menschen-mit-demenz-und-pflegende-angehoerige-unterstuetzen-1036/
Foto: Das Team des Projekts "ParDeVl" (c) Universität Witten/Herdecke
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