Zum Inhalt springen
Dr. med. Mabuse · Ausgabe 3-2026

Geschlechtersensible Medizin

Gesundheit ist nicht geschlechtsneutral

Warum werden Herzinfarkte bei Frauen häufig zu spät erkannt? Was passiert, wenn Beschwerden nicht ernst genommen werden? Dr. med. Mabuse 3-2026 beleuchtet mit Beiträgen unter anderem von Sabine Oertelt-Prigione und einem Interview mit Prof. Vera Regitz-Zagrosek, wie Geschlecht und gesellschaftliche Vorstellungen die Gesundheitsversorgung beeinflussen – und was sich ändern muss.

Was diese Ausgabe beschäftigt:

  • Geschlecht und Gesundheit: Wie Sex und Gender Diagnostik und Therapie beeinflussen.
  • Übersehene Beschwerden: Herzinfarkt, Schlaganfall und Medical Gaslighting.
  • Forschung und Praxis: Datenlücken und geschlechtersensible Ausbildung.

Außerdem in dieser Ausgabe:

Gesundheitskompetenz und Teilhabe, Herausforderungen in Suchtmedizin und psychiatrischer Pflege, Arzneimittelkosten und die Zukunft der Apotheken. Dazu ein kritischer Blick auf das Gesundheitswesen im Nationalsozialismus.


Artikel der Ausgabe entdecken  Einzelheft kaufen  Abo abschließen

Vorschau: Soziologische Vorstellungskraft in der medizinpädagogischen Lehre. Geschlechtersensibilität durch Strukturanalyse erwerben
2026 · Ausgabe 3

Soziologische Vorstellungskraft in der medizinpädagogischen Lehre. Geschlechtersensibilität durch Strukturanalyse erwerben

Altenbuchner, A.

Bevor ich diesen Essay beginne, lade ich Sie ein, für einen Moment die psychologische Brille abzusetzen. Nicht weil Kommunikation, Beratung oder Selbstreflexion unwichtig wären, sondern weil sie den Blick leicht auf das Individuum verengen. Setzen wir stattdessen die soziologische Brille auf: Was als persönliche Krise, Belastung oder Entscheidung erscheint, kann zugleich Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen sein. Steigen Sie nun auf das Motorrad des Soziologen C. Wright Mills und fahren Sie mit durch die Strukturebene.

Beitrag ansehen
Vorschau: Geschlecht ernst nehmen
2026 · Ausgabe 3

Geschlecht ernst nehmen

Lerchenmüller, C.; Bauer, K.; Buch, T.

Der Artikel zeigt, warum geschlechtsspezifische Medizin weit mehr ist als Frauenmedizin. Anhand klinischer Beispiele aus Kardiologie, Pharmakologie, Psychiatrie und Autoimmunologie wird deutlich, dass biologische und soziokulturelle Geschlechterunterschiede Diagnose, Therapie und Versorgung wesentlich beeinflussen. Frauen profitieren etwa von angepassten Grenzwerten und einer besseren Wahrnehmung infarkttypischer Symptome, während bei Männern z. B. Depressionen oder Lupus häufig unterschätzt werden. Zugleich macht der Beitrag sichtbar, dass Forschung, Leitlinien und medizinische Führung noch immer von strukturellen Ungleichgewichten geprägt sind. Der Weiterbildungsstudiengang CAS (Certificate in Advanced Studies) in Sex- and Gender-Specific Medicine der Universitäten Bern und Zürich setzt hier an: Er vermittelt evidenzbasiertes Wissen zu Sex- und Gender-Aspekten in Forschung, Klinik und Public Health und befähigt Gesundheitsfachpersonen, geschlechtersensible Medizin praktisch umzusetzen.

Beitrag ansehen
Vorschau: Gendermedizin: Schlechter versorgt
2026 · Ausgabe 3

Gendermedizin: Schlechter versorgt

Klimmer, M.-M.

Die Gendermedizin hat gegen viele Widerstände große Fortschritte erzielt. So konnte sie geschlechtsspezifische Unterschiede bis auf Zellebene hin feststellen. Ganze Organsysteme funktionieren bei Frauen anders und lösen andere Beschwerden aus. Doch Forschung und Entwicklung neuer Medikamente, Diagnoseverfahren und Therapien orientieren sich häufig an einem veralteten Menschenbild – mit Folgen für die Gesundheitsversorgung und das Überleben von Frauen.

Beitrag ansehen
Vorschau: Wie Sex und Gender Gesundheit beeinflussen. Eine Einführung in die geschlechtersensible Medizin
2026 · Ausgabe 3

Wie Sex und Gender Gesundheit beeinflussen. Eine Einführung in die geschlechtersensible Medizin

Eggert, T.; Oertelt-Prigione, S.; Stüve, S.

Lange galt der männliche Körper als Maßstab für Forschung, Diagnostik und Therapie. Dieses Erbe ist bis heute spürbar in der Medizin: Diagnostik und Therapie, klinischen Studien und Leitlinien sind bis heute nicht durchgehend geschlechtersensibel gestaltet. Dabei beeinflusst Geschlecht etwa, wie Schmerz wahrgenommen wird, wie Medikamente wirken, wie Symptome sich zeigen und wie sie gedeutet werden. Eine adäquate medizinische Versorgung muss diesen Unterschieden Rechnung tragen und die individuellen Eigenschaften und Anforderungen aller Menschen berücksichtigen. Die Geschlechtersensible Medizin stellt genau das in den Mittelpunkt und untersucht, was nötig ist, damit Medizin allen Geschlechtern gerecht werden kann.

Beitrag ansehen

Aktuelles zum Thema

Nach Erscheinen eines Hefts entwickeln sich Forschung, Versorgung und öffentliche Diskussion weiter. Diese Beiträge ergänzen den Schwerpunkt um aktuelle Entwicklungen zur geschlechtersensiblen Medizin.


Alle Beiträge ansehen

Interview mit Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek: „Die Strukturen in der Medizin waren und sind stark männlich geprägt.“

Interview mit Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek: „Die Strukturen in der Medizin waren und sind stark männlich geprägt.“

Frei-Artikel

Lauterbach, A.

Interview mit Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek über die Entwicklung der geschlechtersensiblen Medizin bzw. Gendermedizin, ihre wissenschaftliche Anerkennung, bestehende Versorgungslücken, Widerstände in Medizin und Lehre sowie die Notwendigkeit einer nachhaltigen strukturellen Verankerung in Forschung, Ausbildung und Praxis.

Weiterlesen

Allgemeine Artikel der Ausgabe

Dr. med. Mabuse widmet sich in jeder Ausgabe einem Schwerpunkt und greift darüber hinaus weitere Fragen aus dem Gesundheitswesen auf. Hier finden Sie die Beiträge des allgemeinen Teils – mit Perspektiven aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Vorschau: Teilhabe durch Gesundheitskompetenz ermöglichen: Eine gemeinsame Aufgabe von Organisationen, Klient*innen und Gesundheitsfachkräften
2026 · Ausgabe 3

Teilhabe durch Gesundheitskompetenz ermöglichen: Eine gemeinsame Aufgabe von Organisationen, Klient*innen und Gesundheitsfachkräften

Schwendemann, H.

Das Recht auf Gesundheit ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgesetzt. Das Teilhaberecht lässt sich ebenfalls menschenrechtlich begründen und geht für alle Akteure, die an der u. a. Versorgung von Klient*innen beteiligt sind, mit der Pflicht einher, auf eine angemessene Teilhabe hinzuwirken. In diesem Beitrag wird die Rolle der Gesundheitskompetenz in Bezug zu.

Beitrag ansehen
Vorschau: Die Chronifizierung der Krise: Systemische Folgen fragmentierter Behandlungspfade in der Suchtmedizin
2026 · Ausgabe 3

Die Chronifizierung der Krise: Systemische Folgen fragmentierter Behandlungspfade in der Suchtmedizin

Dupuis, W.-M.

Dieser Beitrag basiert auf Beobachtungen aus der praktischen Arbeit in der Suchtbehandlung und versteht sich als systemische Reflexion über Versorgungsstrukturen – nicht als Bewertung einzelner Einrichtungen oder Therapieprogramme.

Beitrag ansehen
Vorschau: Herausforderungen und Perspektiven aus der psychiatrischen Pflege für eine resiliente Gesundheitsversorgung
2026 · Ausgabe 3

Herausforderungen und Perspektiven aus der psychiatrischen Pflege für eine resiliente Gesundheitsversorgung

Meyer, G.; Flaiz, B.

Die psychische Gesundheit ist in unserer Gesellschaft längst kein Randthema mehr. Pandemie, Klimakrise, geopolitische Spannungen und soziale Verunsicherung wirken als Dauerstressoren auf Individuen, Familien und Gemeinschaften ein. Daher ist es wenig überraschend, dass in Deutschland ein deutlicher Anstieg psychischer Erkrankungen zu verzeichnen ist.¹ Daraus resultierende Folgen sind mittlerweile in allen Versorgungsbereichen spürbar.² Dabei zählen Depressionen sowie Angst- und Belastungsstörungen im Rahmen der Krankheitslastberechnung zu den häufigsten Erkrankungen und rangieren – gemessen an ihrer Prävalenz – noch vor vielen somatischen Krankheitsbildern.³ Ebenfalls verdeutlicht das seit 2019 am Robert Koch-Institut durchgeführte Mental Health Surveillance (MHS), das darauf abzielt, psychische Belastungen in der Bevölkerung kontinuierlich, indikatorenbasiert und evidenzbasiert zu erfassen, dass das Niveau psychischer Beanspruchung auch nach dem Abklingen akuter pandemischer Belastungen hoch bleibt⁴ und alle Versorgungsbereiche betrifft.² Längst ist die Gesundheitsversorgung nicht mehr nur durch den medizintechnischen Fortschritt, die Digitalisierung und die Folgen der demographischen Entwicklung sowie einer Zunahme an Multimorbidität bei Patient*innen geprägt. Vielmehr stellen die zunehmenden psychischen Krisen, Delirien, suizidalen Krisen sowie komplexen Belastungslagen, die sich über alle Versorgungsformen hinweg vorfinden, eine der wesentlichen Herausforderungen dar, auf die es zu reagieren gilt. Damit steht die Frage im Raum, wie die Gestaltung einer resilienten Gesundheitsversorgung aussehen kann? Dabei umfasst Resilienz im Gesundheitswesen mehr als die reine Belastbarkeit. Eine resiliente Gesundheitsversorgung umfasst Lernfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und professionelle Handlungssicherheit unter Bedingungen permanenter Unsicherheit⁵. Dementsprechend richtet sich der Fokus dieses Beitrags zunächst auf die Betrachtung der Herausforderungen, um darauf aufbauend eine Perspektive zu entfalten, die für die verstärkte Etablierung von Bildung als Bestandteil einer resilienten Gesundheitsversorgung plädiert.⁴,⁵,⁶.

Beitrag ansehen
Vorschau: Arzneimittelkosten – Der systematische blinde Fleck der GKV-Finanzdebatte
2026 · Ausgabe 3

Arzneimittelkosten – Der systematische blinde Fleck der GKV-Finanzdebatte

Mühlbauer, B.-H.

Die gesundheitspolitische Diskussion über die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) folgt seit Jahren einem stabilen Deutungsmuster: Die Krankenhausversorgung gilt als größter Ausgabenblock und damit als zentraler Ansatzpunkt für Kostendämpfungsmaßnahmen. Im Jahr 2024 beliefen sich die entsprechenden Ausgaben auf rund 102,2 Milliarden Euro und machten etwa 31 bis 33 % der GKV-Leistungsausgaben aus.¹ Vor diesem Hintergrund erscheint es naheliegend, Reformbemühungen prioritär auf diesen Bereich zu richten.

Beitrag ansehen
Vorschau: (Sich) erinnern und weiterdenken. Im Dienst für den gesunden Volkskörper – Zur Neuausrichtung handlungsleitender Prinzipien im NS-Gesundheitswesen
2026 · Ausgabe 3

(Sich) erinnern und weiterdenken. Im Dienst für den gesunden Volkskörper – Zur Neuausrichtung handlungsleitender Prinzipien im NS-Gesundheitswesen

Dorschky, L.

Ausgehend von einem persönlichen Erinnerungsanlass beleuchtet der Beitrag die NS-„Euthanasie“ und die Verschiebung vom „Dienst am Einzelnen“ zum „Dienst an der Volksgesundheit“. Der historische Rückblick fragt nach handlungsleitenden Referenzrahmen im Gesundheitswesen und eröffnet eine kritische Perspektive auf aktuelle Entwicklungen, Verantwortung und ethische Wachsamkeit.

Beitrag ansehen
Vorschau: Apothekenreform der Bundesregierung. Wie geht es mit den Apotheken weiter?
2026 · Ausgabe 3

Apothekenreform der Bundesregierung. Wie geht es mit den Apotheken weiter?

Puteanus, U.

Das Apothekenwesen steht vor einer wichtigen Reform. Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungs-gesetz (ApoVWG) – auch Apothekenreform genannt – hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorgelegt und am 22. Juni durch den Bundestag mit der schwarz-roten Koalitionsmehrheit verabschieden lassen. Der Bundesrat sowie die vom Gesetz betroffenen Verbände, hier vor allem von Ärzt*innen, Apotheker*innen, Krankenkassen und Gesundheitspolitiker*innen, haben den Entwurf intensiv diskutiert. Zentrale Botschaft des Gesetzes für die Apotheker*innen: Mehr Geld gibt es nur in kleinen, die Branche nicht zufriedenstellenden Häppchen – zunächst. Zentrale Botschaft für alle anderen Player im Gesundheitswesen: Die Apotheken können und sollen mehr Aufgaben im Gesundheitswesen übernehmen.

Beitrag ansehen

Jetzt die gesamte Ausgabe lesen!

Sie möchten die gesamte Ausgabe lesen oder Dr. med. Mabuse regelmäßig erhalten? Kaufen Sie dieses Heft einmalig als PDF oder wählen Sie ein passendes Abo. Wenn Sie nur ein bestimmter Beitrag interessiert, können Sie ihn über die Artikelliste einzeln kaufen.

Einzelheft kaufen

36,00 €  einmalig

Lesen Sie den Schwerpunkt und alle weiteren Beiträge dieser Ausgabe als PDF – ohne Abonnement.

Ausgabe im Shop anzeigen
  •  vollständige Ausgabe 
  •  PDF-Download nach Kauf und Zahlung
  •  einmaliger Kauf

Dr. med. Mabuse im Abo

ab 49 €  im Schnupper-Abo

Ob digital, print oder beides kombiniert –wählen Sie das Abonnement, das zu Ihnen passt.

Abos vergleichen
  •  vier Ausgaben pro Jahr
  •  online, gedruckt oder kombiniert
  •  voller Archivzugang bei Online- und Kombi-Abo
  •  für Studierende & Auszubildene für nur 29 € / Jahr.

Dr. med. Mabuse bei LinkedIn

Welche Perspektiven fehlen in der Gesundheitsversorgung? Und was braucht es, damit geschlechtersensible Medizin in Forschung und Praxis stärker berücksichtigt wird? Auf LinkedIn teilen wir Beiträge und Impulse aus Dr. med. Mabuse. Folgen Sie uns und bringen Sie Ihre Sicht ein.

LinkedIn

Wer muss sich eigentlich wem anpassen, damit Verständigung gelingt?

Wenn Menschen die Welt unterschiedlich wahrnehmen, entstehen nicht nur Missverständnisse. Es stellt sich auch die Frage, wessen Wahrnehmung als selbstverständlich gilt – und wer sich anpassen muss. Brit Wilczek greift dieses Spannungsfeld in ihrem Vortrag beim Neurodiversitätskongress von PlanetPsy auf. Auch in unserem kommenden Schwerpunkt „Anders denken, anders fühlen – Psychische Erkrankungen und Neurodivergenz“ in Dr. med…

Auf LinkedIn lesen
UPDATE: Das Buch ist bereits vergeben!
LinkedIn

UPDATE: Das Buch ist bereits vergeben!

Für eine Buchbesprechung in Dr. med. Mabuse suchen wir einen Rezensentin mit Interesse an der Individualpsychologie Alfred Adlers. Das Buch stellt die historischen und theoretischen Grundlagen der Individualpsychologie vor und beleuchtet zentrale Konzepte wie Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation, Gemeinschaftsgefühl und Lebensstil. Auch die therapeutische Praxis wird anhand eines klinischen Fallbeispiels veranschaulicht. Sie …

Auf LinkedIn lesen
‼️ Gesunde Ernährung, vergiftete Ideologie ‼️
LinkedIn

‼️ Gesunde Ernährung, vergiftete Ideologie ‼️

Ein Aufklärungsvideo über den antisemitischen Begriff „Goyslop“ – und die Bildungsstätte Anne Frank wird zum Ziel massiver Hetze. Was darauf folgte, waren antisemitische Beschimpfungen, Frauenfeindlichkeit und Bodyshaming. Ausgerechnet aus Teilen einer Szene, die Gesundheit, Fitness und einen bewussten Lebensstil propagiert. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf: Was passiert, wenn Gesundheitsversprechen mit Verschwörungser…

Auf LinkedIn lesen