Foto: Wanderausstellung „Geschlechtersensible Medizin“ im Foyer von Hörsaal 7 auf dem Campus der Universitätsmedizin Magdeburg. Fotografin: Sarah Kossmann/UMMD

Wanderausstellung „Geschlechtersensible Medizin“

Mit der Wanderausstellung „Geschlechtersensible Medizin“ haben der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) und die Deutsche Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e. V. (DGesGM) in den vergangenen Wochen ein gemeinsames Projekt zur Aufklärung über geschlechtersensible Medizin vorgestellt. Ziel der Ausstellung ist es, medizinisches Wissen in allgemein verständlicher Sprache zu vermitteln, das Netzwerk der beteiligten Organisationen zu stärken und persönliche Begegnungen zu fördern. Finanziert wird das Projekt durch den DÄB, die DGesGM sowie maßgeblich durch die Margarete-Ammon-Stiftung.

Den Auftakt der Wanderausstellung markierte die Eröffnung am 6. März 2026 im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin. Dort gab Bundesgesundheitsministerin Nina Warken den offiziellen Startschuss. Initiiert worden war die Ausstellung durch den Deutschen Ärztinnenbund, vertreten durch Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk, und die Deutsche Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e. V., vertreten durch ihre Vorsitzende Univ.-Prof. Dr. med. Ute Seeland.

In ihrer Eröffnungsrede hob die Ministerin die Bedeutung geschlechtersensibler Medizin hervor. „Lange Zeit galt in der Medizin der männliche Körper als Norm. Heute wissen wir: Krankheiten äußern sich unterschiedlich, Medikamente wirken unterschiedlich, Risiken verteilen sich unterschiedlich – je nach biologischem Geschlecht und sozialen Lebensrealitäten. Wer diese Unterschiede ignoriert riskiert Fehldiagnosen, verspätete Behandlungen und vermeidbares Leid. Deshalb freut es mich sehr, dass wir die Ausstellung ‚Geschlechtersensible Medizin‘ hier im BMG zu Gast haben. Sie macht deutlich, wo wir stehen in Sachen Frauengesundheit – und wo wir noch besser werden müssen.“

Auch Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk würdigte bei der Eröffnung die Unterstützung aus dem Bundesgesundheitsministerium. „Man kann das gar nicht hoch genug einschätzen, dass im Bundesministerium für Gesundheit und durch Ministerin Warken große Anstrengungen gemacht werden, Fortschritte in der Erforschung von Frauengesundheit zu machen, dass Projekte angestoßen werden.“

Univ.-Prof. Dr. med. Ute Seeland unterstrich die fachliche Zielrichtung der Ausstellung: „Diese Ausstellung zeigt, wie wichtig ein differenzierter, geschlechtersensibler Ansatz in der Prävention und Versorgung ist. Wir müssen in Zukunft weg von der organbezogenen Medizin hin zu einem mehr systembiologischen Ansatz, der den ganzen Menschen im Blick hat. Dadurch ersparen wir den Betroffenen viel Leid.“

Die Ausstellung umfasst 13 großformatige Poster, die Geschlechterunterschiede in zehn medizinischen Themenfeldern in allgemein verständlicher Sprache aufgreifen. Darüber hinaus thematisiert sie auch den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Gesundheit sowie gesellschaftlich relevante Fragen, etwa die medizinische Ausbildung oder die Besetzung von Führungspositionen durch Frauen in der Medizin.

Zu den behandelten Themen gehören unter anderem geschlechtersensible medizinische Lehre und Forschung in der deutschen Universitätsmedizin, Arzneimittel und Nebenwirkungen, Depression bei Männern und Frauen, Osteoporose, Klimawandel und Geschlecht, Herzinfarkt und Takotsubo, Chronisches Fatigue-Syndrom und Geschlecht, Gefäßgesundheit, Infektionen, COVID-19 sowie die Geschlechterverteilung klinischer Führungspositionen an 14 deutschen Universitätsklinika.

Nach Angaben der Initiatorinnen besteht weiterhin eine erhebliche Wissenslücke zu Geschlechterunterschieden in der Medizin. Vor diesem Hintergrund wird auch das Wissenschaftsjahr „Frauengesundheit“, ausgerufen vom Bundesministerium für Gesundheit und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, als wichtiger Schritt zur Verbesserung der Datenlage in Deutschland gesehen.

Nach der ersten Station im Bundesministerium für Gesundheit in Berlin, wo die Ausstellung bis zum 26. März 2026 zu sehen war, wurde sie vom 31. März bis 25. April 2026 auf dem Campus der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im Foyer von Hörsaal 7 gezeigt. Ein zweiter Postersatz befindet sich nach Angaben der Initiatorinnen bereits in Vorbereitung.

Haben Sie Interesse, die Ausstellung auch in Ihrer Region für vier Wochen öffentlich zu präsentieren?
Dann wenden Sie sich für weitere Informationen per E-Mail an info@dgesgm.de

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Mehr zum Thema in Ausgabe 3-2026: Geschlechtersensible Medizin

Die Medizin versteht sich als evidenzbasierte Wissenschaft – und doch beruhen viele diagnostische und therapeutische Standards noch immer überwiegend auf Daten, die am männlichen Körper gewonnen wurden.

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