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Neues DGIM-Whitepaper: Versorgungsqualität auch in Krisen sichern
Das deutsche Gesundheitssystem sieht sich nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) mit tiefgreifenden und anhaltenden Belastungen konfrontiert. Fachkräftemangel, demografischer Wandel, internationale Krisen und umweltbedingte Einflüsse erhöhen den Druck auf die Versorgung und treiben die Kosten weiter in die Höhe. Beim Opinion Leader Meeting (OLM) der DGIM und ihrer Korporativen Mitglieder haben Expertinnen und Experten aus Medizin, Wissenschaft, Gesundheitswirtschaft und Selbstverwaltung darüber beraten, wie sich die Widerstandsfähigkeit des Systems stärken lässt. Die wesentlichen Ergebnisse liegen nun in Form eines Whitepapers vor, das zugleich als Impuls für gesundheitspolitische Entscheidungen verstanden werden soll.
Der Handlungsbedarf ist aus Sicht der DGIM erheblich: Mehr als 5.700 Arztsitze sind derzeit unbesetzt, und in nahezu jedem vierten Landkreis zeichnet sich eine hausärztliche Unterversorgung ab. Gleichzeitig liegen die Gesundheitsausgaben seit Jahren insgesamt bei mehr als 500 Milliarden Euro. Nach Auffassung der Fachgesellschaft ist deutlich, dass zusätzliche finanzielle Mittel allein die strukturellen Probleme des Systems nicht lösen werden und politisch zunehmend schwer zu vertreten sind. Hinzu kommen externe Faktoren, die sich kaum beeinflussen lassen, auf die das Gesundheitswesen jedoch vorbereitet sein müsse – etwa internationale Krisenlagen, neue Pandemien oder ein sich verschärfender Fachkräftemangel.
„Wir müssen einen Umgang damit finden, dass zunehmend Krisen zu bewältigen sind. unser Gesundheitssystem muss darauf vorbereitet sein, sonst wird es auf Dauer seine Handlungsfähigkeit einbüßen“, sagt Professor Dr. med. Jan Galle, 1. stellvertretender Vorsitzender der DGIM.
Resilienz als strukturelle Aufgabe
Das Whitepaper fasst die Perspektiven aus Medizin, Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft zusammen, die im Rahmen des OLM vorgestellt und diskutiert wurden. Dabei rückt es Resilienz nicht als reine Reaktion auf Krisen, sondern als strukturelle Aufgabe in den Mittelpunkt. Die Herausforderungen werden auf drei miteinander verbundenen Ebenen verortet: globale Risiken wie Pandemien und klimabedingte Folgen, strukturelle Schwächen in der Versorgung sowie die Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation.
Aus dieser systemischen Betrachtung leitet die DGIM zentrale Handlungsfelder ab. Dazu zählen eine bessere Koordination der Versorgung, eine verlässlich verankerte Krisenvorsorge sowie verbesserte Bedingungen für klinische Forschung und für die Nutzung von Gesundheitsdaten. „Resilienz kann auf vielen Ebenen entstehen, sowohl durch kleine Maßnahmen als auch große strukturelle Reformen. Mit dem Whitepaper wollen wir einen Anstoß geben über die Problembeschreibung hinaus hin zu einer Lösungsorientierung“, sagt Dr. med. Markus Mundhenke.
Dialog zwischen den Akteuren stärken
Mit dem Opinion Leader Meeting schaffen die DGIM und ihre Korporativen Mitglieder nach eigener Darstellung einen Raum für den Austausch zwischen Akteuren, die in gesundheitspolitischen Debatten häufig aus unterschiedlichen Perspektiven argumentieren. „Das OLM bringt die relevanten Akteure zusammen, die im Alltag häufig getrennt argumentieren und handeln. Nur wenn wir diese Perspektiven verbinden, entstehen Lösungen, die im Versorgungsalltag langfristig tragen“, sagt Professor Dr. med. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM.
Das Whitepaper versteht sich damit als Beitrag zur aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion und als Anstoß für weitere Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen.
Krisen, Katastrophen und Konflikte – Eine Herausforderung für das Gesundheitswesen
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