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„So will ich nicht weiterleben“

Sterbewünsche und assistierter Suizid als Herausforderung für die Seelsorge
5. August 2026 durch
„So will ich nicht weiterleben“
Franziska Reuther

Autor/innen:
André Böhning, Silke Winkler

Bibliographische Daten:
Verlag Herder, Freiburg 2026, 256 Seiten, 28,00 €, ISBN 978-3-451-02539-6

Rezensent/in:
Marco Wunder,
Altenpfleger, Palliative Care Pflegefachperson, Pflegewissenschaft (M.A.)


Das Buch „So will ich nicht leben – Sterbewünsche und assistierter Suizid als Herausforderung für die Seelsorge“ der beiden Autor:innen André Böhning und Silke Winkler reflektiert herausfordernde Situationen rund um das Thema assistierter Suizid, vorrangig aus Seelsorgerischer Expertise.

André Böhning ist Theologe, Psychoonkologe und Supervisor mit fast zwei jahrzehntelanger praktischer Erfahrung in der klinischen Seelsorge und ist zudem als Referent im erweiterten Themenkomplex gefragt. Silke Winkler ist Biologin, Religionspädagogin, Spitalseelsorgerin sowie Supervisorin und war in unterschiedlichen Settings praktisch aktiv. Beide sind mit ihren Erfahrungen größtenteils „schweizerisch sozialisiert“ wobei sich im Buch der Blick auf die drei deutschsprachigen Länder Schweiz, Österreich und Deutschland erstreckt, sofern es inhaltlich von Relevanz ist.

Das Buch umfasst neben Begriffsdefinition und Hintergrundwissen zu Sterbe- und Lebenswünschen, assistiertem Suizid sowie Autonomie in diesem Kontext den Umgang mit Ambivalenzen bei Sterbewünschen, die Fokussierung der pluralen Rahmenbedingungen mit Blick auf die jeweils bestehende Gesetzeslage in den drei Ländern, die Chance der Kirchen in und durch diese Thematik sowie ein abrundendes Kapitel zu den „Werkzeugen“ der Seelsorge. Es beschreibt sich bereits im Klappentext als eine Art Haltungs- und Handlungshilfe (im Sinne der gemeinsamen thematischen Reflexion über entsprechende Wünsche) fokussierend auf das Zusammenspiel von Praxis und Theologie. Auch wenn es aus Sicht und mit der Expertise der Seelsorge geschrieben wurde, gelingt es gut, dass auch weitere beteiligte Berufsgruppen/Professionen von diesem Buch profitieren, im Prinzip alle beteiligten Gruppen, wie Ärzt:innen, Pflegende, Hospizbegleiter:innen, Therapeut:innen etc.

Vor allem die trotz aller ethisch-moralischen Komplexität gut dargestellten und auf das jeweilige Thema bezogenen herausgearbeiteten Fallbeispiele verleihen dem Inhalt eine gut greifbare praktische Komponente und somit eine gute praktische Haltungs- und Handlungshilfe. Das Werk verbindet philosophische, theologische, juristische und anthropologische Blickwinkel, ohne hierbei den Blick auf die klinische Umsetzung vermissen zu lassen. Zwar überwiegen die philosophischen und theologischen Bezüge, insgesamt geht es im Buch aber um eine weltliche Haltung zum Thema.

Das Buch besticht neben der Darstellung der Komplexität und Ambivalenz, die diesen Themenkomplex umgibt, vor allem mit den praktischen kommunikativen Handlungs- und Haltungsmöglichkeiten, die vor allem den betroffenen Menschen sowie deren sozialem Umfeld Reflexionsanregungen im Sinne der seelsorgerischen (Ambivalenz-)Begleitung anbieten sollen.

Auch wenn das Buch im ersten Moment, insbesondere aufgrund der darin vorkommenden philosophischen und theologischen Theorien, abschreckend wirken mag, lohnt es sich in jedem Fall, das Buch zu lesen und vor allem zu reflektieren, denn es regt nicht nur zur thematischen Reflexion der unmittelbar betroffenen Menschen an, sondern lädt einen auch selbst ein, sich intensiv mit dem Themenkomplex Lebensendlichkeit und assistierter Suizid zu befassen.

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