Zum Weltkindertag am 20. September 2026 erinnert die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) an das Recht jedes Kindes auf eine bestmögliche medizinische Versorgung. Unter dem diesjährigen Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ fordert die Fachgesellschaft verlässliche Unterstützung und Fürsorge, frühzeitige Prävention sowie eine kompetente Versorgung – unabhängig davon, ob Kinder gesund sind, chronisch erkrankt oder mit einer Behinderung leben.
Kitas und Schulen als zentrale Orte der Prävention
„Prävention muss dort ansetzen, wo Kinder leben, lernen und spielen“, betont DGKJ-Generalsekretär Priv. Doz. Dr. Burkhard Rodeck. Kitas und Schulen seien dafür besonders wichtige Orte, weil sie Kinder unabhängig von ihrer sozialen Situation erreichen. Sie böten Möglichkeiten für Gesundheitsförderung, Früherkennung und die Vermittlung von Gesundheitskompetenz.
Die DGKJ spricht sich für ausreichend tägliche Bewegungszeit in Kindertageseinrichtungen und Schulen aus. Außerdem müsse Ernährungsbildung verbindlich in den Lernplänen verankert werden. Ergänzend seien strukturelle Maßnahmen für ein gesundheitsförderndes Umfeld notwendig. Dazu zählt die Fachgesellschaft wirksame Beschränkungen von Werbung für ungesunde Lebensmittel, die sich an Kinder richtet, sowie die Einführung einer Zuckersteuer.
Gesundheitskompetenz sollte nach Auffassung der DGKJ früh als Teil von Bildung vermittelt werden. Kitas und Schulen könnten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Früherkennung leisten. Die Fachgesellschaft befürwortet deshalb geeignete Screening-Angebote und den Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften.
Gesundheitschancen hängen auch von sozialen Bedingungen ab
„Gesundheitsförderung kann nicht allein der Verantwortung von Kindern und Familien überlassen werden. Sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen und muss alle Kinder erreichen – gerade diejenigen, die besondere Unterstützung benötigen“, erklärt Rodeck.
Die sozialen Lebensbedingungen beeinflussen die gesundheitlichen Chancen von Kindern. Kinderarmut ist dabei ein wesentlicher Faktor gesundheitlicher Ungleichheit. Die DGKJ fordert deshalb einen einfachen, unbürokratischen und niedrigschwelligen Zugang zu familienpolitischen Leistungen. Dazu gehört im Sinne der von der Sozialstaatskommission empfohlenen Entbürokratisierung auch eine automatisierte und antragsfreie Auszahlung des Kindergeldes.
Darüber hinaus brauche es eine ausreichende finanzielle Absicherung von Kindern und eine dauerhafte Stärkung der Frühen Hilfen. Die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen müsse ebenfalls gewährleistet werden.
Kinderrechte als Grundlage politischer Entscheidungen
Der Weltkindertag erinnert nach Ansicht der DGKJ daran, dass Kinderrechte Grundlage politischen Handelns sein müssen. Die Fachgesellschaft unterstützt daher die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungen, die sie betreffen.
Prävention könne dazu beitragen, Erkrankungen zu vermeiden, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und die Versorgung langfristig zu entlasten. Für Kinder und Jugendliche, die medizinische Behandlung benötigen, bleibe eine wohnortnahe und qualitätsorientierte Kinder- und Jugendmedizin unverzichtbar. Dies müsse auch in den aktuellen Reformen des Krankenhauswesens berücksichtigt werden.
„Es wäre grundfalsch, wenn die besonderen Bedarfe von rund 14 Millionen Kindern und Jugendlichen nicht berücksichtigt und damit dem undifferenzierten politischen Rotstift zum Opfer fallen würden“, warnt Rodeck.
Zur Pressemitteilung: https://www.dgkj.de/aktuelles/presse/detail/post/dgkj-zum-weltkindertag-2026