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Welt-Sepsis-Tag: DIVI fordert bessere Nachsorge für Betroffene

13. September 2026

Foto: stock.adobe.com – Mark Adams

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Eine schwere Sepsis zu überstehen, bedeutet für viele Betroffene nicht, sofort wieder gesund zu sein. Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September weist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) darauf hin, dass Patient:innen und Angehörige auch nach der Entlassung Orientierung und Unterstützung benötigen. Dabei sieht die Fachgesellschaft auch die behandelnden Kliniken in der Verantwortung.

„Sepsis betrifft Menschen in jedem Lebensalter – vom Früh- und Neugeborenen bis zum hochbetagten Menschen“, betont PD Dr. Christina Scharf-Janßen, stellvertretende Sprecherin der DIVI-Sektion Systemische Inflammation und Sepsis. Wenn ein Familienmitglied erkranke, gerate häufig die gesamte Familie innerhalb kurzer Zeit in einen medizinischen Ausnahmezustand. Angehörige bräuchten deshalb frühzeitig verständliche Informationen sowie bei Bedarf psychologische oder seelsorgerische Unterstützung.

In Deutschland werden jährlich rund 320.000 Sepsisfälle in Krankenhäusern erfasst. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung der DIVI noch höher liegen. Weltweit erkranken Schätzungen zufolge etwa 50 Millionen Menschen pro Jahr an einer Sepsis, rund elf Millionen sterben daran.

Fortschritte in der Früherkennung und Intensivmedizin führen dazu, dass mehr Menschen auch schwere Verläufe überleben. Damit rückt die Frage der langfristigen Folgen stärker in den Mittelpunkt.

Der Genesungsweg endet nicht mit der Entlassung

„Nur das Überleben zu sichern, ohne die Nachsorge sicherzustellen, kann kein vernünftiges Ziel sein“, sagt DIVI-Generalsekretär Prof. Alexander Zarbock. Nach einer Sepsis können Organe wie Nieren, Lunge oder Herz dauerhaft geschädigt sein. Möglich sind außerdem Einschränkungen der Beweglichkeit, kognitive Beeinträchtigungen und psychische Belastungen. Manche Folgen werden erst Monate oder Jahre später sichtbar.

„Wir müssen allerdings und unbedingt den ganzen Menschen sehen und nicht nur einzelne Organe“, betont Zarbock, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Münster.

In der Krebsmedizin hat sich für Menschen, die mit oder nach einer Krebserkrankung leben, der Begriff „Cancer Survivors“ etabliert. International wird zunehmend auch von „Sepsis Survivors“ gesprochen. Gemeint sind Menschen, deren akute Erkrankung behandelt ist, die aber weiterhin mit körperlichen, psychischen oder sozialen Folgen leben.

Eine überstandene Sepsis sollte nach Auffassung der DIVI deshalb dauerhaft Teil der Krankengeschichte bleiben. Treten später Beschwerden auf, müsse die frühere Erkrankung bei der ärztlichen Einschätzung berücksichtigt werden.

Kliniken sollen Informationen bei der Entlassung weitergeben

„Wir dürfen die Verantwortung nicht einfach an die Weiterbehandelnden abgeben“, erklärt Zarbock. Auch Intensivmediziner:innen müssten bei der Entlassung klar dokumentieren, welche Organe betroffen waren, welche Risiken daraus entstehen und welche Kontrollen erforderlich sind.

Die DIVI fordert deshalb, entsprechende Informationen im Entlassbrief festzuhalten und Betroffene sowie Angehörige verständlich darüber aufzuklären. Haus- und Fachärzt:innen könnten dadurch gezielter an die Akutbehandlung anknüpfen.

„Entscheidend ist, dass Betroffene und Angehörige verlässliche Ansprechpartner finden und notwendige medizinische sowie psychosoziale Unterstützung koordiniert wird“, sagt Scharf-Janßen. Für ehemalige Sepsispatient:innen brauche es spezialisierte Ambulanzen oder andere regionale Anlaufstellen. „Wer eine Sepsis überlebt hat, darf mit seinen Beschwerden nicht erst selbst herausfinden müssen, welches Fachgebiet zuständig ist.“

Nachsorge frühzeitig planen

Die DIVI rät Betroffenen und Angehörigen, sich bereits vor der Entlassung erklären zu lassen, welche Organe beeinträchtigt waren, welche Nachuntersuchungen empfohlen werden und an wen sie sich bei späteren Beschwerden wenden können.

Auch bei Arztbesuchen Monate oder Jahre nach der Erkrankung sollte auf die überstandene Sepsis hingewiesen werden. So können mögliche Zusammenhänge erkannt und notwendige Untersuchungen rechtzeitig eingeleitet werden. Ziel ist es, Überlebende dabei zu unterstützen, mit den Folgen der Sepsis möglichst gut und selbstbestimmt weiterzuleben.Mark Adams


Zur Pressemitteilung: https://www.divi.de/pressemeldungen/pm-sepsis-gerettet-aber-nicht-gesund

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