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Sozialverband Deutschland fordert gerechte und leicht zugängliche Primärversorgung

11. August 2026 durch
Sozialverband Deutschland fordert gerechte und leicht zugängliche Primärversorgung
Franziska Reuther

Foto: stock.adobe.com – Kiattisak

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Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat das Forderungspapier „Primärversorgung neu gestalten“ veröffentlicht. Darin legt der Verband ein Konzept für eine Gesundheitsversorgung vor, die Patient:innen stärker in den Mittelpunkt stellt, Orientierung bietet und bestehende Zugangsbarrieren abbaut.

Aus Sicht des SoVD braucht Deutschland eine Primärversorgung, die wohnortnah, barrierefrei und verlässlich organisiert ist. Menschen sollen sich im Gesundheitssystem besser zurechtfinden und die notwendige medizinische Unterstützung ohne zusätzliche Hürden erreichen können. Primärversorgung versteht der Verband dabei als Grundlage einer gerechten und modernen Gesundheitsversorgung.

Statt Patient:innen durch immer neue Vorgaben und Steuerungsinstrumente zu lenken, müssten strukturelle Hindernisse beseitigt und gesundheitliche Chancengleichheit verbessert werden. Notwendig seien eine verlässliche Koordination, niedrigschwellige Anlaufstellen und eine engere Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsberufe.

„Nicht die Patientinnen und Patienten müssen besser gesteuert werden – das Versorgungssystem muss einfacher, gerechter und verlässlicher werden. Primärversorgung bedeutet Orientierung statt Hürden, Unterstützung statt Steuerung, Zusammenarbeit statt Versorgungslücken und Zugang statt Ausgrenzung“, erklärt Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des SoVD.

Mehrere Zugangswege und interprofessionelle Zusammenarbeit

Kern des Konzepts ist ein Primärversorgungssystem mit verschiedenen Zugangsmöglichkeiten. Dazu zählen die hausärztliche Versorgung, interprofessionelle Teams und leicht erreichbare Beratungsangebote. Ergänzt werden sollen diese Strukturen durch eine organisierte Ersteinschätzung, die Patient:innen bei der Suche nach der passenden Unterstützung hilft.

Der SoVD spricht sich zugleich für verbindliche Barrierefreiheit und den Abbau sozialer Ungleichheiten beim Zugang zu medizinischer Versorgung aus. Gesundheitsangebote müssten so gestaltet sein, dass Menschen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen Zugang erhalten. Barrierefreiheit sei deshalb nicht als freiwillige Zusatzleistung, sondern als verbindlicher Qualitätsstandard zu verstehen.

Darüber hinaus fordert der Verband eine stärkere Gemeinwohlorientierung des Gesundheitswesens. Die Versorgung müsse sich am Bedarf der Bevölkerung orientieren und dürfe nicht durch strukturelle Ausgrenzung, Versorgungslücken oder unnötige Zugangshürden erschwert werden.

Für eine gerechte Primärversorgung brauche es nach Ansicht des SoVD vor allem interprofessionelle Teams, wohnortnahe und niedrigschwellige Angebote sowie verbindlich koordinierte Versorgungsabläufe. Verpflichtende Steuerungsinstrumente, die zusätzliche Hürden für Patient:innen schaffen, lehnt der Verband ab.

Das vollständige SoVD-Forderungspapier „Primärversorgung neu gestalten“ ist online abrufbar.


Zur Pressemitteilung: https://www.sovd.de/presse/pressemitteilungen/meldung/patientinnen-und-patienten-in-den-mittelpunkt-neues-sovd-konzept-fuer-eine-gerechte-primaerversorgung

Foto: stock.adobe.com – Kiattisak

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