Der Deutsche Pflegerat (DPR) und seine 25 Mitgliedsorganisationen starten eine bundesweite Kampagne zur Zukunft der professionellen Pflege. Unter dem Hashtag #DeutschlandWelchePflegeWillstDu wollen sie zeigen, welche Leistungen beruflich Pflegende täglich erbringen, welche Lösungen sie für die Gesundheitsversorgung anbieten und welche politischen Entscheidungen aus ihrer Sicht überfällig sind.
Die Kampagne beginnt in der kommenden Woche und begleitet den politischen Countdown zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sowie zur weiteren Reformpolitik. Sie läuft bis zum Deutschen Pflegetag am 12. und 13. November 2026 in Berlin. Am 11. November wollen die beteiligten Verbände und Organisationen ihre Forderungen gemeinsam auf die Straße tragen. Die Demonstration startet um 14 Uhr am Bundeskanzleramt und führt zum Bundesgesundheitsministerium.
Bis zum Deutschen Pflegetag wird jede Woche mindestens eine Mitgliedsorganisation vorgestellt. Geplant sind Pressemitteilungen, Videos, Interviews, Aktionen und Social-Media-Beiträge. Im Mittelpunkt stehen dabei die fachliche Arbeit der Pflege, ihre Bedeutung für Menschen in allen Lebensphasen und die Bedingungen, die für eine verlässliche Versorgung notwendig sind.
„Unsere Mitgliedsverbände stehen für die ganze fachliche Breite, Kompetenz und Gestaltungskraft der Profession Pflege“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerates. Beruflich Pflegende leisteten für die Menschen und die Gesellschaft weit mehr, als politisch wahrgenommen und anerkannt werde.
Die Kampagne soll zugleich auf strukturelle Grenzen aufmerksam machen. Dazu gehören aus Sicht des DPR fehlende politische Beteiligung, überholte Rollenbilder und gesetzliche Vorgaben, die pflegerisches Handeln einschränken. Solche Begrenzungen gefährdeten die Sicherheit der Versorgung und belasteten den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
„Seit Jahrzehnten wird die Profession Pflege freundlich zur Kenntnis genommen. Doch solange ihre Vorschläge und Positionen nicht aufgegriffen, in verbindliche politische Entscheidungen überführt und in konkrete Veränderungen umgesetzt werden, bleibt es bei Symbolpolitik statt echter Mitwirkung“, so Vogler.
Forderung nach verbindlicher Mitwirkung
Der Deutsche Pflegerat fordert, die Profession Pflege verbindlich in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Pflegefachliche Expertise müsse Entscheidungen prägen. Außerdem müssten die Kompetenzen und Handlungsfelder beruflich Pflegender rechtlich abgesichert und in allen Versorgungsbereichen sowie für Menschen aller Altersgruppen genutzt werden.
„Maßstab muss sein, was die Menschen brauchen – nicht, was Finanzdruck und Personalmangel gerade noch zulassen“, betont Vogler.
Die Kampagne thematisiert außerdem unzureichende Handlungskompetenzen, nicht bedarfsgerechte Rahmenbedingungen und Regelungen, die nach Einschätzung der Verbände an der Versorgungsrealität vorbeigehen.
Alle Beiträge und Forderungen werden auf der Website des Deutschen Pflegerates unter www.deutscher-pflegerat.de veröffentlicht. Ihren Höhepunkt und Abschluss erreicht die Kampagne beim Deutschen Pflegetag in Berlin.
25 Verbände und Organisationen. Eine Stimme. Ein Ziel: eine sichere Versorgung.
Zur Pressemitteilung: https://deutscher-pflegerat.de/profession-staerken/pressemitteilungen/25-verbaende-und-organisationen-eine-stimme-profession-pflege-startet-gemeinsame-kampagne
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