Jenseits binärer Strukturen: Geschlechtersensible Früherkennung am Beispiel des Mammographie-Screenings für TIN*Personen
Zusammenfassung
Die Gendermedizin hat geschlechtsspezifische Unterschiede stärker sichtbar gemacht. Viele Strukturen des Gesundheitssystems bleiben jedoch binär organisiert und berücksichtigen geschlechtliche Vielfalt nur unzureichend. Besonders trans*, inter* und non-binäre Personen (TIN*) erleben dadurch gesundheitliche Ungleichheiten und erschwerten Zugang zu Präventionsangeboten wie dem Mammographie-Screening. Der Beitrag zeigt, dass Brustkrebs-Screening für TIN* Personen individualisiert gedacht werden muss. Das Risiko hängt unter anderem von Hormontherapie, Operationen und genetischer Prädisposition ab. Fehlende evidenzbasierte Leitlinien führen dabei zu Unsicherheiten in der Versorgungspraxis. Zentrale Barrieren für die Teilnahme am Screening sind binäre Einladungssysteme, Defizite in der Datenerhebung und Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitswesen. Zur Verbesserung der Versorgung werden inklusive Leitlinien, angepasste Strukturen, eine stärkere Sensibilisierung von Gesundheitsfachkräften und eine bessere Datengrundlage gefordert.
Alexander, A.; Urban, M.: Jenseits binärer Strukturen: Geschlechtersensible Früherkennung am Beispiel des Mammographie-Screenings für TIN*Personen. Dr. med. Mabuse (2026), Heft 3, S. 67 bis 69.