Dr. med. Mabuse · Artikel

Unvorbereitet in die Katastrophe? Krisen- und Katastrophenpflege in der ambulanten Intensivpflege

Drebes, J.

Dr. med. Mabuse · 2026 · Heft 2 · S. 80 bis 82 · DOI 10.3936/dmm_artid47763392

Abstract

Krisen und Katastrophen treten immer häufiger ein, auch in Deutschland. Es zeigt sich jedoch, dass wir auf zunehmende Gefahren, beispielsweise durch Extremwetterlagen und langanhaltende Stromausfälle, nicht gut vorbereitet sind. Es gibt Organisationen und Institutionen, die besonders schützenswert sind, sie werden als kritische Infrastruktur (KRITIS) bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise die Energie- und Wasserversorgung, der Verkehr, aber auch die medizinische Versorgung

Zusammenfassung

Der Beitrag beschreibt, dass Krisen und Katastrophen wie Extremwetter oder langanhaltende Stromausfälle zunehmen, die ambulante Intensivpflege in Deutschland jedoch darauf nur unzureichend vorbereitet ist. Obwohl die technikintensive außerklinische Versorgung schwerkranker Menschen wächst, zählt sie nicht zur kritischen Infrastruktur (KRITIS) und ist daher in Notfall- und Katastrophenplänen oft nicht ausreichend berücksichtigt. Katastrophenpflege (Disaster Nursing) wird als pflegerische Spezialisierung vorgestellt, die den Bedarf in Krisen erkennen und beantworten soll; international ist sie etabliert, in Deutschland aber kaum verankert. Der Artikel prüft gesetzliche Vorgaben aus dem SGB XI und zeigt: Zwar wurden 2022/2023 in Qualitätsmaßstäben für ambulante und stationäre Pflege Maßnahmen für Krisensituationen ergänzt, konkrete Prüfkriterien oder ein einheitliches Vorgehen fehlen jedoch. Als wichtige Impulse werden das AUPIK-Projekt, eine Handreichung der BAGFW sowie die Kompetenzstufen des ICN genannt. Für die Ausbildung existieren nur rudimentäre gesetzliche Bezüge; einzelne Weiterbildungs- und Studienangebote sowie ein BIBB-Projekt zu Disaster Nursing werden vorgestellt. Im Fazit fordert der Autor, die ambulante Intensivpflege stärker als KRITIS einzustufen, Register, Notfallpläne, technische und materielle Absicherung, regelmäßige Schulungen sowie eine deutliche Verankerung von Katastrophenpflege in Ausbildung, Studium und Gesetzgebung umzusetzen.

Schlagwörter

PFLEGE; AUSBILDUNG; ENTWICKLUNG; LANGZEITPFLEGE; PROJEKT; SCHWESTERNSCHAFT; SICHERHEIT; ANPASSUNG; BETREUUNG;, Deutschland, Intensivpflege, Anästhesie, Demenz, Asia, Auszubildende, Aussehen, Qualitätsmanagement, Pflegeversicherung