Unberührbares berühren* Beziehungen als Quelle von Hoffnung und Trost
Klimmer, M .
Dr. med. Mabuse · 2026 · Heft 2 · S. 24 bis 25 · DOI 10.3936/dmm_artid47763396
Abstract
Ein wichtiger Aspekt des Trostes in der Einsamkeit sind sinnstiftende Beziehungen und körperliche, seelische und geistige Berührungen. Sie sind die unverzichtbare Brücke zum Leben – auch im Alter.
Zusammenfassung
Der Beitrag beschreibt Berührung und Beziehung als zentrale Quellen von Trost, Hoffnung und Sinn – besonders bei Einsamkeit und im Alter. Körperliche, seelische und geistige Berührungen geben Halt, fördern Verbundenheit und können durch Oxytocin-Ausschüttung stressbedingte Symptome mindern. Der Text stellt dabei heraus, dass ersehnte Berührung durch nahestehende Menschen nicht ersetzbar ist, auch nicht durch technische Ablenkung. Zugleich wird zwischen gewollter und ungewollter Einsamkeit unterschieden: Freiwilliger Rückzug kann inneres Wachstum und Sinnfindung unterstützen, unfreiwillige Isolation hingegen führt häufig zu schwerem psychischem und körperlichem Dysstress. Dieser kann sich bei älteren Menschen in Desorientierung, Unruhe, kognitiven Einbußen, Kreislaufinstabilität oder depressiver Apathie äußern. Der Artikel warnt vor den Folgen extremer sozialer Isolation bis hin zu Resignation und suizidalen Krisen. Für Pflege und Heilberufe wird betont, dass Empathie, Zuwendung, Trost und Beziehung frühzeitig ansetzen müssen. Humanität bedeutet, auch bei Rückzug, Verbitterung oder scheinbarer Unerreichbarkeit nicht aufzugeben, sondern einen schützenden Raum des Verstehens zu eröffnen.
Schlagwörter
LEBEN; SCHMERZ; AGGRESSION; ALTER; BEZIEHUNG; DEPRESSION; FACHARZT; FACHZEITSCHRIFT; HERZ;
