Dr. med. Mabuse · Artikel

Dr. med. Mabuse sagt auf WieDer. sehen.

N.N.

Dr. med. Mabuse · 2024 · Heft 4 · S. 79 bis 159 · DOI 10.3936/docid323200

Abstract

Diese Ausgabe von Dr. med. Mabuse ist die letzte im Mabuse-Verlag. Es gab einige Gründe für diese Entscheidung: Die Ökonomie: Die Zahl der Abos geht zurück, aber die Kosten steigen. Gleichzeitig fallen die Anzeigenerlöse. Die personelle Situation: Es gelang uns nicht, dauerhaft für die Stelle in der Redaktion jemanden mit gutem politischem Gespür und Interesse an gesundheitspolitischen Fragen zu finden. Dies betrifft auch die Stelle in der Anzeigenakquise. Die politische Entwicklung: Unser Ansatz, für ein solidarisches Gesundheitswesen zu kämpfen und den Dialog zwischen den verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen zu fördern, scheint etwas aus der Zeit gefallen zu sein. Der Trend zu digitalen Medien: Wie wir alle aus unserem Alltagsverhalten wissen, werden Zeitschriften immer weniger in gedruckter Form gelesen. Im folgenden Abschiedsteil ziehen Mabuse-Autorinnen und -Autoren Bilanz zu ihrem Arbeitsgebiet und formulieren Perspektiven: ein einmaliger gesundheitsund gesellschaftspolitischer Blumenstrauß. Außerdem Stellungnahmen aus der Pflegeredaktion, Grüße von (ehemaligen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Anzeigenkunden und Freunden des Hauses. Wir fragen uns, was auf der Fahne unserer Ideale stand, und klären auf, wie Dating in den 1980ern ging.

Zusammenfassung

Die Zeitschrift Dr. med. Mabuse wird eingestellt, da die Abonnentenzahlen sinken, die Kosten steigen und die Anzeigenerlöse zurückgehen. Es konnte kein passendes Personal für die Redaktion gefunden werden, und der politische Fokus der Zeitschrift scheint veraltet zu sein. Andreas Lauterbach und der hpsmedia Verlag übernehmen die Weiterführung der Zeitschrift in einer digitalen Die Pflege-Redaktion von Dr. med. Mabuse hat über die Jahre hinweg viele interessante und aktuelle Themen behandelt. Die Redaktionsmitglieder haben sich engagiert und konstruktiv ausgetauscht, wodurch auch eine persönliche und berufliche Weiterentwicklung ermöglicht wurde. Die Zeitschrift förderte einen echten Austausch innerhalb der Gesundheitsberufe und bot Raum für kreative und essay Der Text beschreibt, wie gesetzliche Regelungen im Bereich der Pflegeausbildung darauf abzielen, die Attraktivität des Berufs zu steigern und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Es wird diskutiert, wie pädagogische Maßnahmen und Optimismus gesetzlich verordnet werden, um die Qualität der Pflege zu verbessern. Dabei wird auch kritisch hinterfragt, inwieweit Die Reform der Ausbildung in den Pflegeberufen hat zu einigen Herausforderungen geführt. Ein zentraler Punkt ist die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung im Pflegeberufegesetz, die jedoch einige Kritikpunkte aufweist. Es wird bemängelt, dass die Ausbildung nicht ausreichend auf die Pflege in jedem Lebensalter vorbereitet und eine längere Einarbeitungsphase erforderlich Die Pflegeausbildung in Deutschland ist in verschiedene Berufsbilder wie Altenpfleger/in oder Pflegefachmann/frau unterteilt. Kritikpunkte an der hochschulischen Pflegeausbildung waren unzumutbare Bedingungen in der praktischen Ausbildung, was zu einem Rückgang an Studierenden führte. Es gibt hohe Abbruchquoten, was auf problematische Arbeitsbedingungen und unzureich Die Psychiatrie-Enquête von 1971 zeigte die mangelhafte Versorgung psychisch Kranker in Deutschland auf, die zu großen Reformen in der psychiatrischen Versorgung führte. Es entstanden kommunalpsychiatrische Einrichtungen und der Abbau großer Fachkrankenhäuser. Die Einführung der Psychiatrie-Personalverordnung ermöglichte eine bedarfsgerechte Personala In Deutschland gibt es einen Anstieg von seelischen Erkrankungen, bei dem Experten uneinig sind, ob dieser auf die mediale Aufmerksamkeit psychischer Phänomene oder tatsächliche Morbidität zurückzuführen ist. Es gibt eine Zunahme von depressiven Störungen, Abhängigkeitserkrankungen und traumatischen Störungen in den letzten Jahren. Dies führte zu einer Steiger Die Zukunft der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie wird durch Künstliche Intelligenz (KI) beeinflusst. Der Deutsche Ethikrat stellt die Frage, ob Psychotherapie durch KI-basierte Systeme ersetzt werden könnte. Allerdings wird betont, dass die persönliche Interaktion zwischen Therapeut:in und Patient:in unverzichtbar ist, um komplexe und individuelle Themen zu behandeln. Die Kinderheilkunde hat sich in den letzten Jahrzehnten signifikant verändert. Es gab eine Zunahme von Familien, die psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, wobei die Art der Behandlung von tiefenpsychologischen und psychoanalytischen Ansätzen hin zu verhaltenstherapeutischen und kognitiven Modellen gewechselt ist. Diese Fokussierung auf effiziente Therapien Die moderne Pädiatrie hat sich geändert, da immer mehr Kinder mit chronischen Krankheiten behandelt werden, die früher tödlich verlaufen sind. Dies hat zu einer Zunahme von Kindern mit schweren Erkrankungen geführt, die nun in der pädiatrischen Versorgung im Mittelpunkt stehen. Auch die psychische Gesundheit im globalen Süden benötigt mehr Aufmerksamkeit und Engagement, da Die Autorin diskutiert die Bedeutung von Medikamenten und Sprache in der Medizin, insbesondere im Kontext von psychischen Erkrankungen. Sie betont die Notwendigkeit, psychische und physische Prozesse in der medizinischen Theorie und Praxis zu integrieren. Kritisiert wird die Übermedikalisierung in reichen Ländern und die fehlende Verfügbarkeit angemessener Medikamente Das Buch "Überschattet" enthält zwei berührende Erzählungen über Demenz. Eine handelt von einem unerwarteten Wendepunkt während eines Ausflugs zwischen zwei Männern, während die andere von einer 13-jährigen namens Mila erzählt, deren Leben sich mit der Demenzdiagnose ihrer Mutter schlagartig verändert. Mila steht vor der Aussicht, aus ihrer Familie gerissen zu werden Der Text beschreibt die Bedeutung des Dr. med. Mabuse als Leuchtturm für ein soziales Gesundheitswesen. Es wird darauf hingewiesen, dass das Gesundheitswesen nicht nur Teil der kapitalistischen Wirtschaftsordnung sein sollte, sondern Voraussetzung für gesellschaftliche Entwicklung ist. Es wird betont, dass Gesundheit als Maßstab für wirtschaftliche und soziale Prosperität Die Gesundheitspolitik hat sich in den letzten Jahrzehnten nur wenig verändert. Es dreht sich weiterhin hauptsächlich um finanzielle Interessen, sei es offensichtlich durch Lobbyverbände oder subtiler durch Finanziers im Hintergrund. Die üblichen Rituale bleiben bestehen: Reformvorschläge führen zu Protesten, Untergangsszenarien werden beschworen, es folgen Protestaktion Der Autor des Textes reflektiert über Entwicklungen im Gesundheitswesen und die Rolle der Zeitschrift Dr. med. Mabuse. Er lobt die kritische Auseinandersetzung mit dem Gesundheitssystem und die Utopie eines solidarischen Gesundheitswesens, mahnt jedoch an, dass die Realität oft anders aussieht. Er kritisiert die zunehmende Kommerzialisierung Der Autor Gerhard Zwerenz argumentiert in einem Artikel aus dem Jahr 1976, dass linker Antisemitismus unmöglich sei, da dieser historisch rechts, nationalistisch und rassistisch war. Er lehnt die Kritik an antisemitischen Elementen in einem Theaterstück ab und behauptet, dass linke Kritik nicht rassistisch sein könne. Es wird diskutiert, wie linke Selbstfreisprüche den Die deutsche Linke hat sich seit 1967 immer stärker vom Antisemitismus distanziert und stattdessen eine "Israelkritik" entwickelt. Diese Kritik beinhaltet oft antisemitische Stereotypen und Gleichsetzungen, die den Staat Israel als aggressiv und imperialistisch darstellen. Die Linke relativiert den Antisemitismus im Antizionismus und unterstützt teilweise sogar terroristische Aktion Der Text behandelt die geschlechtersensible Medizin und den Einfluss des Geschlechts auf die Gesundheitsversorgung. Es wird darauf hingewiesen, dass es gravierende Unterschiede in der Prävalenz von Krankheiten zwischen den Geschlechtern gibt. Beispielsweise tritt Lungenkrebs bei Männern häufiger auf, da Rauchen ein wichtiger Risikofaktor ist. Es wird betont Die Sterilisation von Menschen mit Behinderungen ohne ihre Einwilligung war lange Zeit eine Praxis in Deutschland. In der Vergangenheit wurden jährlich etwa 1.000 nicht einwilligungsfähige Menschen sterilisiert. Kritisiert wurde dies von verschiedenen Organisationen, auch nachdem § 1905 BGB gestrichen wurde. Im neuen Betreuungsrecht wurde dieser Paragraph durch § 1830 BGB ersetzt, was jedoch weiterhin die Steril Der Text beschreibt, dass Sterilisationen bei Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen erlaubt sind, wenn rechtliche Betreuer anstelle der betroffenen Person zustimmen und ein Gericht die Genehmigung erteilt. Es wird diskutiert, ob dies gegen das Recht auf Selbstbestimmung verstößt. Zudem wird auf die Entwicklung im Gesundheitswesen hing Die pharmazeutische Industrie hat mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen, darunter Lieferprobleme, hohe Preise für neue Arzneimittel und mangelnde Transparenz in Bezug auf Forschungsausgaben im Vergleich zur Werbung. Der Text thematisiert auch die steigenden Kosten für Arzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung und den zunehmenden Bedarf an Medik Die Medizingeschichte der letzten 48 Jahre zeigt eine Entwicklung hin zu interdisziplinärer Zusammenarbeit und kritischer Auseinandersetzung mit historischen Themen. Es gab Fortschritte in der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit im Gesundheitswesen sowie eine verstärkte Berücksichtigung der Patientenperspektive und des Kolonialismus. Die Medizingeschichte hat sich auch mit aktuellen Themen Die Medizingeschichte befasst sich mit der historischen Entwicklung von Gesundheitswesen und Krankenversorgung. Es werden Themen wie die Angst vor Bedrohungen, die gesellschaftliche Stimmung und die Zukunftsfähigkeit solidarischer Gesundheitssysteme diskutiert. Die Palliativversorgung und die Entwicklung der Palliativmedizin werden als wichtige Aspekte der Gesundheitsversorgung betrachtet

Schlagwörter

MEDIZIN; BILANZ; GESUNDHEITSWESEN; ZEIT; PSYCHIATRIE; ZEITSCHRIFT; GESCHICHTE; GESUNDHEIT; AUSBILDUNG;