Miriam Funk

Mabuse Verlag, Frankfurt am Main, 1. Auflage 2025, 133 Seiten, 20,00 € (E-Book 19,99 €), ISBN 978-3-86321-652-8

Mit ihrem Buch Frauenkörper ticken anders – Warum eine geschlechtersensible Medizin notwendig ist widmet sich Miriam Funk einem hochaktuellen und zugleich lange vernachlässigten Themenfeld: den strukturellen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im medizinischen Versorgungssystem. Ziel der Publikation ist es, für einen differenzierten Umgang mit weiblicher Gesundheit zu sensibilisieren und Frauen darin zu bestärken, ihre gesundheitlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu vertreten.

Die Autorin ist Medizinjournalistin, Physiotherapeutin und Diplom-Übersetzerin und arbeitet als Online-Redakteurin, Autorin sowie wissenschaftliche Lektorin. Ihre publizistische Tätigkeit fokussiert sich auf frauenspezifische Gesundheitsthemen und gesundheitspolitische Fragestellungen. Bereits zuvor veröffentlichte sie im Mabuse Verlag die Titel Tabuthema Fehlgeburt sowie Ungewollt kinderlos – und jetzt?

Inhaltlich greift Funk die anhaltenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in der Medizin auf und beleuchtet die daraus resultierenden Versorgungsdefizite. Neben der Darstellung struktureller Probleme werden empirische Befunde aus bestehenden Studien herangezogen, ergänzt durch eigene Umfrageergebnisse und Erfahrungsberichte betroffener Frauen. Darüber hinaus skizziert die Autorin zentrale Ziele der Gendermedizin und benennt grundlegende Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Frauen. 

Das Buch ist klar strukturiert und logisch aufgebaut. Zu Beginn wird die historische Rolle von Frauen in der Medizin beleuchtet, insbesondere mit Blick auf ihre Position als Patientinnen. Darauf aufbauend werden Bereiche dargestellt, in denen Frauen systematisch benachteiligt sind, sowie Gründe für die Notwendigkeit einer geschlechtersensiblen Medizin erläutert. Im weiteren Verlauf werden spezifische Themenfelder behandelt, darunter der weibliche Lebensverlauf mit besonderem Fokus auf die Wechseljahre, die Problematik mit Medikamenten bei Frauen sowie Erfahrungen von Sexismus und Übergriffen im medizinischen Kontext. Abschließend werden die Ergebnisse der von der Autorin durchgeführten Umfrage vorgestellt und konkrete Ziele sowie grobe Maßnahmen zur Verbesserung der Situation formuliert. 

Der rote Faden ist durchgängig erkennbar, wodurch die Inhalte gut nachvollziehbar bleiben. Neu ist vor allem die konsequente Fokussierung auf frauenspezifische Fragestellungen sowie die verständliche Aufbereitung der nach wie vor begrenzten Studienlage. Funk benennt bestehende Missstände klar und ohne Beschönigung und macht strukturelle Probleme der medizinischen Versorgung sichtbar, insbesondere in Bezug auf die unzureichende Berücksichtigung weiblicher Körper und Lebensrealitäten. Dadurch wird ein realistisches Bild der aktuellen Situation vermittelt. 

Der Nutzen des Buches liegt vor allem in seiner Zugänglichkeit. Es richtet sich an Frauen aller Altersgruppen und setzt kein medizinisches Vorwissen voraus. Die Publikation trägt dazu bei, Wissenslücken zu schließen und vermittelt, dass gesundheitliche Beschwerden von Frauen weder eingebildet noch zu relativieren sind. Dadurch können Leserinnen ihre eigenen Erfahrungen besser einordnen und sich im medizinischen Kontext selbstbewusster vertreten. 

Thematisch ist das Buch weit genug gefasst, um die prekäre Lage der medizinischen Versorgung von Frauen umfassend darzustellen, bleibt jedoch zugleich so fokussiert, dass keine Überfrachtung mit Informationen entsteht. Die Autorin verfolgt das im Buch formulierte Ziel konsequent: Frauen werden informiert, sensibilisiert und dazu ermutigt, ihre gesundheitlichen Anliegen ernst zu nehmen. Dies geschieht auf eine Weise, die Verständnis schafft, ohne zu vereinfachen. Auch die formale Gestaltung unterstützt diesen Ansatz. 

Die klare Gliederung mit deutlich erkennbaren Kapiteln und Überschriften sorgt für eine hohe Übersichtlichkeit. Die bewusst schlichte, schwarz-weiße Gestaltung ohne grafische Darstellungen lenkt den Fokus vollständig auf den Inhalt. Zwar mag dies nicht allen Lesegewohnheiten entsprechen, für die thematische Tiefe und Ernsthaftigkeit der Inhalte erweist sich diese Zurückhaltung jedoch als stimmig. 

Hinsichtlich der Aktualität ist das Buch uneingeschränkt relevant. Trotz medizinischen Fortschritts fühlen sich viele Frauen im Gesundheitssystem weiterhin nicht ernst genommen, Diagnoseprozesse ziehen sich oft über Jahre hinweg, und Fehldiagnosen sind keine Seltenheit. Erkrankungen wie beispielsweise Endometriose verdeutlichen, wie gravierend die Folgen geschlechterspezifischer Wissenslücken sein können. Funk greift diese Problematik auf und ordnet sie sachlich in den aktuellen medizinischen und gesellschaftlichen Kontext ein.

Zusammenfassend handelt es sich um eine gut strukturierte, inhaltlich fundierte und zugleich gut lesbare Publikation, die einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für geschlechtersensible Medizin leistet. Das Buch ist insbesondere Frauen zu empfehlen, die ihre eigenen gesundheitlichen Erfahrungen besser verstehen und fundiert vertreten möchten. Darüber hinaus bietet es auch für medizinisches Fachpersonal wertvolle Impulse, da geschlechterspezifische Aspekte in Ausbildung und Praxis bislang häufig unzureichend berücksichtigt werden. Frauenkörper ticken anders stellt damit einen wichtigen Schritt in Richtung einer gerechteren und bedarfsgerechteren medizinischen Versorgung dar.

Eine Rezension von Emily Williams, M.A.
Angewandte Gesundheits- und Therapiewissenschaften

Danny Herzog-Braune (Hrsg.)

Haufe Verlag, Freiburg, 1. Auflage 2025, 224 Seiten, 39,99 €, ISBN 978-3-648-19010-4


Mit New Work und Resilienz legt der Herausgeber Danny Herzog-Braune ein Werk vor, das zwei derzeit viel diskutierten Begriffe der Arbeitswelt systematisch miteinander verknüpfen soll: Resilienz und New Work. Beide Begriffe sind zwar in der Praxis angekommen, oft aber nur auf theoretischer Ebene und werden häufig getrennt voneinander behandelt – Resilienz als individuelle Bewältigungsstrategie, New Work als organisationales oder kulturelles Zukunftsmodell. Das vorliegende Buch setzt genau hier an und versteht sich als praxisorientierter Leitfaden für Menschen, die sich im beruflichen Kontext mit Wandel, Unsicherheit und neuen Formen der Arbeit auseinandersetzen möchten.

Auffällig ist zunächst die bewusste Entscheidung gegen eine sektorale Perspektive. Anders als zahlreiche Veröffentlichungen, die New Work exemplarisch auf einzelne Arbeitsfelder – etwa Büroarbeit, Industrie oder Gesundheitswesen – beziehen, verfolgt dieses Buch einen übergreifenden Ansatz. In dem einleitenden Kapitel werden grundlegende Konzepte von New Work und Resilienz eingeführt, bevor eine Vielzahl von Autor:innen aus unterschiedlichsten Bereichen (wissenschaftliche Vertreter:innen sind hier weniger vertreten), diverse Facetten dieser Themen beleuchten. Diese Vielfalt ist Programm: Das Buch möchte weniger eine geschlossene Theorie entwickeln als vielmehr Orientierung bieten – im Sinne eines Kompasses, der verschiedene Blickrichtungen eröffnet.

Der Herausgeber weist selbst darauf hin, dass das Buch primär als Nachschlagewerk konzipiert ist. Dieser Anspruch ist nachvollziehbar und aus Sicht des Rezensenten auch konsequent umgesetzt. Zwar wird im Vorwort betont, dass eine lineare Lektüre möglich sei, tatsächlich erweist sich diese jedoch als wenig gewinnbringend. Gerade zu Beginn der Kapitel treten deutliche Redundanzen auf, die bei fortlaufender Lektüre schnell ermüdend wirken. Deutlich überzeugender ist die selektive Nutzung: Wer gezielt einzelne Kapitel zu spezifischen Fragestellungen liest, findet gut strukturierte, in sich geschlossene Beiträge, die sich unabhängig voneinander erschließen lassen.

Inhaltlich gelingt die Verbindung von Resilienz und New Work überzeugend. Besonders positiv hervorzuheben ist der konsequente Rückgriff auf den salutogenetischen Ansatz, der sich wie ein roter Faden durch viele Beiträge zieht. Damit wird deutlich gemacht, dass es bei New Work nicht primär um neue Arbeitsformen oder methodische Innovationen geht, sondern um die Frage, wie Arbeit gesundheitsförderlich, sinnstiftend und nachhaltig gestaltet werden kann – auf individueller, teambezogener und organisationaler Ebene.

Die wissenschaftliche Tiefe des Buches ist nicht durchgängig eindeutig zu bewerten. Einige Beiträge beziehen sich klar auf etablierte, teils ältere Theorien (Bandura, Antonowsky), andere bleiben stärker essayistisch oder erfahrungsbasiert. Erschwert wird die Einordnung dadurch, dass ein systematisches Literaturverzeichnis zum Zeitpunkt der Rezension fehlt. (Zur Erklärung: Am Ende des Buches verweist ein QR-Code auf ein digitales Literaturverzeichnis. Dieser Code funktionierte aber nicht.) Gerade bei einem Thema, das sich dynamisch weiterentwickelt und stark von interdisziplinären Diskursen lebt, ist dies ein spürbares Defizit, da Aussagen und Konzepte nicht immer nachvollziehbar verortet werden können.

Didaktisch setzen die Beiträge auf ein wiederkehrendes Element: Jedes Kapitel endet mit Reflexionsfragen. Diese greifen die Leitidee des Buches als Orientierungsinstrument auf und laden zur persönlichen Auseinandersetzung ein. In der Umsetzung wiederholen viele dieser Fragen zwar zentrale Inhalte des jeweiligen Kapitels, wirken aber angesichts des geringen Umfangs mancher Kapitel etwas zu hochgegriffen. Für Leser:innen können sie dennoch als Impulsgeber dienen.

Gestalterisch fällt die visuelle Umsetzung der Kapitel kritisch ins Gewicht. Jedes Kapitel wird durch ein Bild eingeleitet, das mutmaßlich KI-generiert ist. Die Intention, dem Buch ein modernes Erscheinungsbild zu verleihen, ist nachvollziehbar, wird jedoch nicht eingelöst. Die Bilder wirken häufig unklar, inhaltlich wenig anschlussfähig und eher ablenkend als unterstützend. Die Abbildungen in den Kapitel hingegen sind gut gestaltet und wirken unterstützend für die jeweiligen Inhalte der Kapitel. Ähnlich ambivalent ist die Idee, das Inhaltsverzeichnis per QR-Code auszulagern, um Seiten einzusparen. Grundsätzlich ein zeitgemäßer Ansatz, der jedoch zum Zeitpunkt der Rezension nicht funktionierte - ein ärgerlicher Mangel, insbesondere bei einem Buch, das sich mit digitalen und zukunftsorientierten Arbeitsformen beschäftigt.

In der Einordnung in den bestehenden Diskurs um New Work erweist sich New Work und Resilienz dennoch als wertvolle Ergänzung. Es unterscheidet sich deutlich von Best-Practice-Sammlungen, die konkrete Umsetzungen einzelner Unternehmen vorstellen. Stattdessen bietet es thematische Tiefenbohrungen, unterschiedliche Perspektiven und einen Reflexionsrahmen für Menschen, die sich bereits mit Stress, Arbeitsgestaltung und Salutogenese beschäftigt haben und ihr Verständnis erweitern möchten.

Fazit:
New Work und Resilienz ist kein Einstiegsbuch und kein klassisches Lehrwerk, sondern ein thematisch breit angelegtes Sammelwerk mit klarem Fokus auf Orientierung und Reflexion. Seine Stärke liegt in der gelungenen Verknüpfung von Resilienz und New Work sowie in der Vielfalt der Perspektiven. Schwächen zeigen sich in der Gestaltung, der fehlenden wissenschaftlichen Transparenz und in der Bedeutung der Reflexionsfragen. Für berufserfahrene Leser:innen, die sich differenziert mit den Herausforderungen moderner Arbeitswelten auseinandersetzen möchten, stellt das Buch jedoch eine sinnvolle und anregende Ergänzung im New-Work-Diskurs dar.

Eine Rezension von Simon Ludwig-Pricha

Petra Grimm, Oliver Zöllner (Hrsg.)

Franz Steiner Verlag GmbH, Stuttgart 2025, 202 Seiten, 40,00 €, ISBN 978-3-515-13551-1 

Das Buch bearbeitet ethische, rechtliche und soziale Aspekte (ELSI) in Forschung und Entwicklung (FuE) von Technologien. Obwohl die Beachtung dieser Aspekte in Deutschland mittlerweile fest verankert ist, stellt die Beachtung in Projekten für Entwickler*innen und Forschende aufgrund der Komplexität häufig eine Herausforderung dar. Aufgrund der digitalen Transformation und zunehmenden Nutzung insbesondere von Künstlicher Intelligenz (KI) ist die ethische Betrachtung von großer Bedeutung.

Dr. Petra Grimm ist Professorin für Medienforschung und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule der Medien (Stuttgart). Dort ist sie Ethikbeauftragte der Hochschule. Dr. Oliver Zöllner ist Professor für Medienforschung, Soziologie der Medienkommunikation und Digitale Ethik an der Hochschule der Medien (Stuttgart). Zusätzlich ist er Honorarprofessor für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Beide leiten das Institut für Digitale Ethik an der Hochschule der Medien. 

Grundlage für das Buch ist das Projekt ELSI-SAT Health & Care, das zwischen Oktober 2021 und Juni 2023 vom Institut für Digitale Ethik, dem User Experience Research Lab der Hochschule der Medien, zusammen mit dem Cologne Center für Ethics, Rights, Economics and Social Sciences of Health der Universität zu Köln sowie dem Center für Life Ethics der Universität Bonn durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

Nach einer Einleitung zu den grundlegenden Überlegungen zu der Veröffentlichung gliedert sich das Buch in zwei Abschnitte, jeweils mit fünf Kapiteln und Beiträgen unterschiedlicher Autor*innen. Im ersten Abschnitt werden zentrale ethische Fragen und Herausforderungen beleuchtet. Das erste Kapitel thematisiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Menschen, benennt sowohl geschichtliche Herausforderungen wie Hierarchien und Geschlechterrollen als auch neue Problemstellungen, etwa das Vertrauen in KI und die Rolle von KI in partizipativen Entscheidungsprozessen zwischen Ärzt*innen und Patient*innen. Das folgende Kapitel setzt sich mit Diversität und Gesundheit auseinander. Hierbei wird herausgestellt, wie Teilhabe und Ausgrenzung Einfluss auf barrierefreie Technologien haben können. Partizipation und die Berücksichtigung von Datenschutz werden als zentrale Erfolgsfaktoren für Akzeptanz und Vertrauen hervorgehoben. Ein weiteres Kapitel beschreibt, wie durch Rollenspiele im Rahmen eines Lehrexperiments ethische Reflexionskompetenz gefördert werden kann. Am Beispiel der fiktiven Einführung von KI in einem Krankenhaus werden verschiedene Rollen anschaulich dargestellt. Im Weiteren geht es um Verantwortungsabgabe in der häuslichen Pflege. Anhand von Studienergebnissen wird in dem Beitrag deutlich, dass die Bereitschaft zur Abgabe pflegerischer Verantwortung von Faktoren wie Vertrauen in die Technik, Zustimmung der Pflegeempfänger*innen und dem Erhalt zwischenmenschlichen Kontakts abhängt. Abschließend wird die Rolle von KI am Lebensende anhand von drei Szenarien vorgestellt, wie z. B. als diagnostische Unterstützung auf einer Intensivstation.

Der zweite Abschnitt widmet sich dem Projekt ELSI-SAT Health & Care. Im ersten Kapitel steht die Ethik der Interdisziplinarität im Fokus. Hierin werden erforderliche Tugenden, kommunikative und kognitive Kompetenzen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit herausgearbeitet, ebenso wie z. B. die Notwendigkeit einer gemeinsamen Sprache zu Beginn eines Projektes. Im folgenden Kapitel werden auf der Grundlage einer Übersichtsarbeit zehn Dimensionen medizin- und pflegeethischer Aspekte identifiziert. Ein weiteres Kapitel beschreibt die Hintergründe zur Konzeption des Moduls Wertereflexion innerhalb des weiterentwickelten Tools, das eine frühzeitige Reflexion bereits in der Planungsphase von Projekten fördern kann. Das darauffolgende Kapitel stellt das neue Tool ELSI-SAT Health & Care vor und gibt einen Überblick über bestehende Tools sowie die Weiterentwicklung. Das Tool ist modular aufgebaut und adressiert die Bereiche Wertereflexion, ELSI-Karten, ELSI-Profil und Projektreflexion. Abschließend wird das Thema aus rechtlicher Sicht behandelt. Hierbei werden u. a. rechtliche Implikationen, Datenschutz, gesundheitspolitische Aspekte und Regulierungen sowie konkrete Fallbeispiele zum Einsatz von KI beleuchtet.

Obwohl der ELSI-Ansatz kein neues Thema ist, präsentiert dieses Buch auf der Grundlage des durchgeführten Projektes ein weiterentwickeltes Tool zur Bewertung und Reflexion von Technologien, das als Unterstützung für die FuE von Technologien dienen kann. Dieses Buch richtet sich an Projektmitarbeiter*innen, Forschende und Praktiker*innen aus der FuE. Auch Studierende und Lehrende aus den Pflege, Gesundheits- und Ingenieurswissenschaften können von diesem Buch profitieren. Denn neben einer allgemeinen Einordnung zur Ethik der Digitalisierung werden darin u. a. Themen wie die Teilhabe und Ausgrenzung unterschiedlicher Personengruppen, der Einsatz von KI in verschiedenen Handlungsfeldern im Gesundheitswesen sowie Fallbeispiele behandelt, die Diskurse anregen können. Insbesondere Rollenspiele bergen zu diesem Thema das Potential, Lehrende zu neuen didaktischen Ansätzen zu motivieren. Da das Tool kostenlos zur Verfügung steht, könnte es zukünftig nicht nur in der Lehre, sondern auch in der Projektarbeit eingesetzt werden. In Anbetracht der Komplexität des Themas ist das Buch überwiegend weit gefasst. Die einzelnen Kapitel zeichnen sich durch eine übersichtliche Gestaltung aus. In einigen Beiträgen werden u. a. auch qualitative Ergebnisse zusammengefasst und mit Beispielzitaten untermauert, was zu einer erhöhten Lesbarkeit und besserem Verständnis führt. Darüber hinaus werden in einzelnen Kapiteln wichtige Erkenntnisse in Tabellen zusammengefasst. Des Weiteren enthält der zweite Teil einige Abbildungen, insbesondere zur Benutzer*innenoberfläche des entwickelten Tools, was die Nachvollziehbarkeit erhöht und die Neugierde zum Ausprobieren weckt. Aufgrund der digitalen Transformation bleibt das Thema nach wie vor aktuell. Der Bedarf an einer ethischen Betrachtung und kontinuierlichen Reflexion ist gerade durch den vermehrten Einsatz von KI-Systemen in den letzten Jahren gestiegen. Anders als in anderen Veröffentlichungen wird das Thema anhand unterschiedlicher Beiträge betrachtet. Der Schwerpunkt des Buches liegt vor allem in der Veranschaulichung des Entstehungs- und Entwicklungsprozesses des Tools ELSI-SAT Health & Care.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Buch eine wertvolle und durch das entwickelte Tool praxisnahe Orientierungshilfe für die ethische Reflexion und verantwortungsvolle Gestaltung digitaler Technologien bietet. Obwohl das Werk eine Reihe anspruchsvoller Themen und Kapitel umfasst, gelingt es den Herausgeber*innen und Autor*innen, dem Werk durch die vielfältigen Beiträge und Themen, wie z. B. den Theorien, Studienergebnissen, Rollenspielen und Fallbeispielen, eine lebendige und ansprechende Qualität zu verleihen.

Eine Rezension von Dr. PH Alexander Pauls