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Memorandum fordert bundesweite Einführung von Schulgesundheitsfachkräften
Ein breites Bündnis aus BKK Dachverband, Bundesschüler*innenkonferenz, Bundeselternrat und Deutschem Pflegerat dringt auf die bundesweite Einführung von Schulgesundheitsfachkräften. In einem zum Internationalen Kindertag vorgestellten Memorandum fordern die Organisationen einen „Schulgesundheitspakt“ von Bund und Ländern, damit Schulgesundheitsfachkräfte flächendeckend, verbindlich und dauerhaft an Schulen etabliert werden.
Aus Sicht der Unterzeichnenden ist die gesundheitliche Lage vieler Kinder und Jugendlicher alarmierend. Psychische Auffälligkeiten, chronische Erkrankungen, Übergewicht, Bewegungsmangel und problematische Mediennutzung seien längst kein Randphänomen mehr. Im Memorandum heißt es, jedes fünfte Kind sei psychisch belastet; auch Angststörungen hätten in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gleichzeitig bewege sich nur noch jedes vierte Kind entsprechend der WHO-Empfehlung ausreichend, unter Jugendlichen sei es sogar nur noch jeder Siebte. Der Ansatzpunkt sei deshalb klar: Schule sei der Ort, an dem alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden können – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft.
Für die Initiatorinnen und Initiatoren geht es dabei nicht um ein zusätzliches Einzelprojekt, sondern um eine strukturelle Antwort auf reale Versorgungsprobleme. Schulgesundheitsfachkräfte sollen Vertrauenspersonen sein, gesundheitliche Probleme früh erkennen, präventive Maßnahmen anstoßen, erste Einschätzungen vornehmen, fachgerecht versorgen und bei Bedarf gezielt weitervermitteln. Zugleich könnten sie Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen begleiten, deren Selbstfürsorge stärken und damit Inklusion im Schulalltag praktisch unterstützen. Nach Einschätzung des Bündnisses würden davon nicht nur die Schülerinnen und Schüler profitieren, sondern auch Eltern, Lehrkräfte und das Gesundheitssystem insgesamt – etwa durch weniger unnötige Arztkontakte oder Rettungseinsätze.
Schulgesundheitsfachkräfte gehören in vielen europäischen Ländern längst zum Alltag. Auch in Deutschland wurden Modellprojekte durchgeführt, deren positive Effekte nach Angaben der Unterzeichnenden nachgewiesen sind; in einzelnen Bundesländern wurden entsprechende Ansätze bereits verstetigt. Das Problem sei deshalb nicht fehlende Evidenz, sondern fehlender politischer Wille zur flächendeckenden Umsetzung. Das Memorandum formuliert dafür konkrete nächste Schritte. Gefordert werden ein Schulgesundheitspakt von Bund und Ländern, der Aufbau von bis zu 10.000 Stellen für Schulgesundheitsfachkräfte, entsprechende Anpassungen in Schulgesetzen und Regelungen zum öffentlichen Gesundheitsdienst sowie bundeseinheitliche Festlegungen zu Qualifikation, Tätigkeitsprofil, Schnittstellen und Finanzierung. Nach Vorstellung des Bündnisses könnten so perspektivisch 6,5 Millionen Schülerinnen und Schüler und damit mehr als 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen erreicht werden.
Die Veröffentlichung des Memorandums verstehen die beteiligten Organisationen ausdrücklich als Auftakt. Bis Herbst 2026 soll ein möglichst breites Bündnis weiterer Verbände, Institutionen und Organisationen gewonnen werden. Das Memorandum soll dann gemeinsam an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken übergeben werden.
Mitzeichnen erwünscht:
Organisationen und Institutionen, die das Memorandum unterstützen möchten, können ihre Mitzeichnung per E-Mail an
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