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Projekt „Kümmern verbindet“ untersucht häusliche Unterstützung und Pflege in Bayern

Die Hochschule Kempten startet mit „Kümmern verbindet“ eine bayernweite wissenschaftliche Studie zur privat erbrachten gesundheitlichen Unterstützung und Pflege in der Häuslichkeit. Ziel ist es, ein genaueres Bild von den Lebensrealitäten pflegender Angehöriger und der von ihnen unterstützten Menschen zu gewinnen.

In Bayern sind mehr als 630.000 Menschen im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes pflegebedürftig. Über 82 Prozent von ihnen – rund 520.000 Personen – werden zu Hause versorgt. Noch größer ist die Gruppe, wenn auch Menschen berücksichtigt werden, die im Alltag wegen gesundheitlicher Einschränkungen oder aufgrund ihres Alters Unterstützung benötigen, aber noch keinen Pflegegrad haben. In den meisten Fällen übernehmen Angehörige oder andere nahestehende Personen diese Aufgabe. Über die konkreten Belastungen, Bedürfnisse und möglichen Entlastungen in dieser Lebenssituation ist bislang jedoch nur vergleichsweise wenig bekannt.

Hier setzt die Studie „Kümmern verbindet“ an. Sie soll verlässliche Erkenntnisse zur Gesundheit, zum Wohlbefinden und zur Beziehung der jeweils beteiligten Personen liefern. Darüber hinaus untersucht das Projekt, welches Potenzial digitale Möglichkeiten für die Versorgung älterer Menschen in der Häuslichkeit haben.

„Wir brauchen fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, um Akteuren und Entscheidungsträgern in der Politik auf kommunaler, regionaler und überregionaler Ebene Konkretes an die Hand geben zu können, damit sie gute und richtungsweisende Entscheidungen in der Gesundheits- und Pflegepolitik treffen können“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Mario Jokisch.

Für die Erhebung arbeitet die Hochschule Kempten mit dem infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft zusammen. Im Rahmen der Studie werden Fragebögen an 40.000 zufällig ausgewählte Menschen ab 60 Jahren in ganz Bayern verschickt. Ein besonderes Merkmal des Projekts ist, dass zwei Perspektiven einbezogen werden: die der Person, die Unterstützung erhält, und die der Person, die diese Unterstützung leistet. In früheren Untersuchungen blieb die Sichtweise hilfe- und pflegebedürftiger Menschen häufig unberücksichtigt.

Zudem ist die Studie auf Wiederholungsbefragungen angelegt. Mit Einverständnis der Teilnehmenden sollen diese mehrfach befragt werden, um Veränderungen und Dynamiken in der häuslichen Versorgung über einen längeren Zeitraum hinweg nachvollziehen zu können. Dadurch sollen sowohl individuelle Entwicklungen als auch gesellschaftliche Veränderungsprozesse sichtbar werden.

Finanziert wird die Studie durch die Hightech Agenda Bayern. Mit dieser Technologie- und Innovationsinitiative stärkt der Freistaat Bayern die staatlichen Hochschulen und setzt gezielte Impulse für Forschung, Lehre und Transfer in zukunftsrelevanten Bereichen.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.infas.de/kuemmern-verbindet/

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Mario Jokisch
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