Foto: Teilnehmende der Fachveranstaltung „Gesundheitsforschung meets Wetterdaten“ am Robert Koch-Institut in Berlin. Expertinnen und Experten aus Forschung, Versorgung und öffentlichem Gesundheitsdienst diskutierten die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheitsversorgung.
Fotografin: Madlen Schranz, RKI, Berlin
Klimawandel trifft Gesundheitsversorgung: Fachleute diskutieren Wetter- und Gesundheitsdaten
„Wie wirken sich Hitzewellen auf die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aus?“ – diese Fragestellung stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Gesundheitsforschung meets Wetterdaten“, die am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin stattfand. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, medizinischer Versorgung und dem öffentlichen Gesundheitsdienst kamen dort zusammen. Organisiert wurde das Fachtreffen von den Projektpartnern Universitätsmedizin Magdeburg und Robert Koch-Institut im Rahmen des Innovationsfondsprojekts KlimaNOT sowie in Kooperation mit dem Wissenschaftsnetzwerk Klimawandel und Gesundheit (KLIG-Net) am RKI. Ziel der Veranstaltung war es, den interdisziplinären Austausch zu fördern und neue Impulse für die Verknüpfung von Gesundheits- und Umweltdaten zu geben.
Gesundheitsforschung trifft Wetterdaten
Das Projekt KlimaNOT, vertreten durch Dr. Kai Heimrath und Prof. Dr. Felix Walcher, Leiter des Instituts für Public Health in der Akutmedizin (IPHAM) am Universitätsklinikum Magdeburg, war Veranstalter des Fachtreffens und präsentierte im Rahmen der Veranstaltung seine laufenden Arbeiten. Im Mittelpunkt des Konsortialprojekts steht die Frage, wie extreme Wetterereignisse – insbesondere Hitze – die Notaufnahmen in Deutschland belasten. Grundlage der Untersuchungen sind Routinedaten aus dem AKTIN-Notaufnahmeregister, die mit Wetter- und Umweltdaten verknüpft werden. Ziel ist es, daraus fundierte Erkenntnisse für die Entwicklung von Frühwarnsystemen, die Public-Health-Überwachung sowie für praxisorientierte Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Interdisziplinärer Austausch im historischen Hörsaal
Am Robert Koch-Institut wurden im Rahmen der Veranstaltung zahlreiche wissenschaftliche Ansätze vorgestellt – unter anderem zur Analyse von hitzebedingter Sterblichkeit und Morbidität. Die Beiträge machten deutlich, wie vielfältig die Methoden zur Verknüpfung von Gesundheits- und Umweltdaten sowie zur Modellierung klimabedingter Gesundheitsrisiken sein können. Im Fokus stand insbesondere die Frage, welche Bevölkerungsgruppen besonders vulnerabel sind und wie sich auf dieser Basis gezielte Schutzmaßnahmen entwickeln und umsetzen lassen.
Darüber hinaus setzten sich die Teilnehmenden mit methodischen Herausforderungen auseinander – etwa mit der Auswahl geeigneter Temperaturdaten oder der Definition klimatischer Einflussfaktoren. Ein weiterer zentraler Punkt der Diskussion war die Notwendigkeit einer Standardisierung von Datenquellen und Analysemethoden. Diese wurde als wesentliche Grundlage für eine vergleichbare, belastbare und praxisrelevante Forschung hervorgehoben.
Gemeinsam gegen Gesundheitsrisiken im Klimawandel
Das Vernetzungstreffen machte deutlich: Eine evidenzbasierte Gesundheitsversorgung im Kontext des Klimawandels erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Entwicklung und Anwendung einheitlicher Standards. Die Veranstaltung setzte wichtige Impulse für den weiteren Ausbau der Forschung und die stärkere Vernetzung zentraler Akteure aus Gesundheitswesen, Wissenschaft und Umweltforschung. „Die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels betreffen uns alle – aber insbesondere vulnerable Gruppen wie ältere Menschen oder Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen. Um rechtzeitig reagieren zu können, brauchen wir belastbare Daten, intelligente Vorhersagemodelle und vor allem: den engen Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Gesundheitswesen und öffentlichem Dienst“, so Prof. Dr. Felix Walcher.
DKG: Krankenhäuser sind in der Silvesternacht stark belastet
In der Silvesternacht 2024/25 waren die deutschen Krankenhäuser erneut durch feuerwerksbedingte Verletzungen stark belastet. Die Zahl der besonders schwer Verletzten, die stationär behandelt werden mu...UPlusE-Screening erkennt peripartale Depressionen – Zusatzleistung ab Juli 2026
Jede fünfte Frau entwickelt rund um die Geburt ihres Kindes Depressionen oder Angststörungen – häufig bleiben diese peripartalen Erkrankungen jedoch unerkannt. Auch Väter können betroffen sein. Um die...Hospital-at-Home: Studie bestätigt Wirksamkeit und Effizienz des Versorgungsmodells
Beim Konzept „Hospital at Home“ geht es darum, Patientinnen und Patienten in ihrer häuslichen Umgebung auf Krankenhausniveau zu versorgen. Eine von der Rhön Stiftung in Auftrag gegebene Studie zeigt, ...DIVI fordert Handlungsfähigkeit des Gesundheitswesens in Krisen und Katastrophen
Um Menschenleben in Extremsituationen retten zu können, ist die Umsetzung bestehender Konzepte einschließlich deren regelmäßiger Übung unerlässlich. Darauf machte die Deutsche Interdisziplinäre Verein...Zeige mir Aktuelles aus der Kategorie...
Sie möchten Dr. med. Mabuse Probe lesen?
Seit über 40 Jahren ist Dr. med. Mabuse die Zeitschrift für alle Gesundheitsberufe: kritisch – unabhängig – berufsübergreifend – sozial.

